Klimaschutz und Klimaneutralität beim Hausbau

Das Thema Klimaschutz ist beim Erhalt und der Nutzung von Gebäuden in besonderer verbunden. Auf der einen Seite bieten Gebäude die materielle Grundlage für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von uns Menschen. Aauf der anderen Seite steht der dafür notwendige Aufwand der Ressourceninanspruchnahme und der Erzeugung von klimaschädlichen CO2-Emissionen bei der Herstellung von Baustoffen.

Gerade die Ressourcenverwendung von Beton/Stahlbeton/Ziegel beim Bauen hat Auswirkungen auf die lokale und globale Umwelt hinsichtlich der erzeugten Treibhausgasemissionen bei deren Produktion, die zur globalen Erwärmung beitragen. Gleichzeitig sind die Gebäude und baulichen Anlagen sowie insbesondere ihre Besitzer und Nutzer mit den Folgen und Risiken des bereits einsetzenden Klimawandels konfrontiert.

Vermeidung von Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich ist Klimaschutz

Wissenschaft und Politik haben in diesem Zusammenhang den Bau- und Gebäudebereich als ein Handlungsfeld identifiziert, das zur Emissionsminderung beitragen kann. Dieses Handlungsfeld kann daher aus den Perspektiven der Verursachung von Treibhausgasemission im Lebenszyklus, der Betroffenheit von Folgen des Klimawandels und der Lösungsbeiträge zum Klimaschutz gesehen werden.

Gerade der öffentlichen Hand fällt hier eine besondere Vorbildrolle und Verantwortung zu – als Bauherr, Nutzer oder Förderer bzw. Gesetzgeber. Die Diskussion zu Fragen des Klimaschutzes im Bau- und Gebäudebereich hat sich noch einmal beschleunigt und intensiviert. Das Ziel, in Deutschland im Jahr 2045 die Klimaneutralität zu erreichen, stellt die am Bau direkt und indirekt Beteiligten vor die Aufgabe, ihre Anstrengungen zu verstärken und angedachte Lösungen vorzuziehen.

Klimaschutz Klimaneutralität
Gerade die Verwendung von co2-intensiven Baustoffen (Beton/Stahlbeton/Ziegel) muss sich am Klimaschutz und der Klimaneutralität messen lassen: Foto Holzbauwelt.de

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will mehr Holzbau bei öffentlichen Bauten einplanen und startete mit der Holzbau-Offensive. Der Berliner Senat bekannte sich zum Baustoff Holz als klimaneutralen Baustoff zur Entwicklung des früheren Flughafengeländes Berlin-Tegel zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung.

Neubau von Gebäuden muss jetzt schon klimaneutral sein

Neubauvorhaben, die sich aktuell in Planung und Realisierung befinden, werden 2045 nahezu unverändert Teile des Gebäudebestands bilden. Dies muss bei aktuellen Anforderungen an Neubauaufgaben berücksichtigt werden.

Das Erreichen von Klimaneutralität ist jedoch nicht die Frage des Zeitpunkts, sondern des noch verbleibenden Budgets an Treibhausgasemissionen. Wird dieses schneller aufgebraucht muss das Ziel der Vermeidung bzw. des Ausgleichs von Treibhausgasemission auch im Bau-und Gebäudebereich noch schneller als bisher angedacht, erreicht werden.

Treibhausgasemissionen, die aktuell bei der Herstellung von Bauprodukten und bei Transport- und Bauprozessen entstehen, gehen sofort zu Lasten des noch verbleibenden Budgets für noch mögliche Emissionen, das sich an der Begrenzung der globalen Erwärmung und damit an den planetaren Grenzen orientiert. Aktuelle Planungs- und Investitionsentscheidungen stellen zugleich die Weichen für die Treibhausgasemissionen in Folge Betrieb und Nutzung, Erhalt sowie Rückbau, Aufbereitung und Entsorgung und damit für die kommenden Jahre und Jahrzehnte.

Klimaschutz Klimaneutralität
Die Energieeffizienz ist neben dem Klimaschutz und der Klimaneutralität mit die wichtigste Größe beim Hausbau. Foto Holzbauwelt.de

Lösungsansätze bietet der Baustoff Holz zur Klimaneutralität

Die wesentlichen Elemente eines energieeffizienten Gebäudes sind Dämmung, Fenster, Heizung und Lüftung. Wenn diese vier Komponenten professionell eingebaut und aufeinander abgestimmt sind, ist das Gebäude energieeffizient. Ein Lösungsansatz zur Erfüllung des Klimaschutzes und der Erreichung von Klimaneutralität ist die Realisierung von Gebäuden, die keine negativen Auswirkungen auf das Klima verursachen.

Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet langfristig 1 Tonne CO2. Dazu kommt, dass Holz andere Baustoffe wie Ziegel, Beton oder Stahl ersetzt. Diese sind im Gegensatz zu Holz in der Herstellung CO2-intensiv.

Der moderne Holzbau leistet bereits heute seinen Beitrag zum Klimaschutz, da der Rohstoff Holz nachwachsend ist, wenig sogenannte „graue Energie“ bei der Herstellung verbraucht und für die Ziele der Klimaneutralität der ideale Baustoff ist. Wer ein Haus in Holzbauweise baut, trägt also positiv zur CO2-Bilanz bei.

Quellen: bund.de, holzbauwelt.de

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr/Baufrau. E-Mail senden