Photovoltaik-Anlagen, Eigenverbrauch und Batteriespeicher

In den kommenden Jahren muss der Zubau von Photovoltaik-Anlagen (PV) in Deutschland er-heblich gesteigert werden. Um das Ziel einer Klimaneutralität bis 2045 zu erreichen, werden erheblich mehr Anwendungen elektrifiziert werden. Trotz Effizienzmaßnahmen wird die Stromnachfrage deshalb deutlich ansteigen.

Bei einer Untersuchung der Wirtschaftlichkeit von PV-Dachanlagen können zwei Fälle unter-schieden werden. Bei vielen Dachanlagen wird ein Teil des erzeugten Stroms selbst im Haus genutzt, sogenannte Eigenverbrauchsanlagen (EV-Anlagen). Bei einigen Häusern ist kein Eigenverbrauch möglich, da zum Beispiel keine oder wenige Stromverbraucher im Gebäude vorhanden sind. Diese PV-Anlagen speisen den kompletten erzeugten Strom in das Stromnetz ein (nachfolgend Volleinspeise-Anlagen). Für EV-Anlagen erhält man eine Vergütung für den eingespeisten Strom, durch den selbstverbrauchten Strom können die Strombezugskosten verringert werden. Die Wirtschaftlichkeit von Volleinspeise-Anlagen ergibt sich ausschließlich aus der Höhe der Einspeisevergütung. Durch die Nutzung von Batteriespeichern kann der Umfang des selbstverbrauchten Stroms erhöht werden.

Selbstversorger durch selbsterzeugten Photovoltaikstrom

Bei PV-Dachanlagen ist die Selbstversorgung mit dem erzeugten Solarstrom besonders attraktiv. Hintergrund sind die niedrigen Stromerzeugungskosten mit Photovoltaik gegenüber den höheren Strombezugskosten, welche zu einem großen Anteil aus Steuern, Abgaben und Umlagen bestehen. Diese Strombezugskosten können durch Selbstversorgung teilweise eingespart werden. Der Stromanteil, der direkt im Gebäude verbraucht werden kann, ist unter anderem von der Größe der Photovoltaikanlage und dem individuellen Stromverbrauch abhängig.

Photovoltaik-Anlage Batteriespeicher
Als Selbstversorger mit eigenem Solarstrom ins Netz liefern oder mit Batteriespeicher. Foto: Umweltbundesamt

Mit einer Batterie kann der selbsterzeugte Photovoltaikstrom zwischengespeichert und zu Zeiten verbraucht werden, in denen die PV-Anlage keine (ausreichende) Leistung liefert. Der Eigenverbrauchsanteil kann so deutlich gesteigert werden. Allerdings sind demgegenüber die Kosten und die eingeschränkte Lebensdauer eines Stromspeichers zu sehen. Zukünftige Strompreissteigerungen, die die Differenz zwischen PV-Stromerzeugungskosten und Strombezugskosten vergrößern und so die Amortisationszeit eines Batteriespeichers verkürzen, müssen nicht unbedingt eintreten. Zudem geht mit der Herstellung eines Batteriespeichers ein Ressourcenaufwand einher, dem wenig zusätzlicher Nutzen für die Energiewende gegenübersteht – die eingespeicherte Strommenge wäre ansonsten eingespeist worden und hätte im Stromnetz andere (fossile) Energiequellen verdrängt. Der Einsatz es Batteriespeichers sollte vor diesen Hintergründen sorgsam abgewogen werden. Grundsätzlich sind Speicher auf Netzebene zu bevorzugen, die nicht in erster Linie den Eigenverbrauch des Anlagenbetreibers steigern, sondern zum Beispiel kurzfristige Strombedarfe im Netz ausgleichen können.

Was macht ein Batteriespeicher?

Mit einem Speichersystem für zu Hause können Sie tagsüber einen Teil Ihres selbst erzeugten Sonnenstroms zwischenspeichern, um ihn abends und in der Nacht bis zum nächsten Morgen zu verbrauchen. Erzeugt die Photovoltaikanlage mehr Strom als aktuell verbraucht wird, lädt der Speicher, anstatt den Strom ins öffentliche Netz einzuspeisen. Besteht mehr Strombedarf als die PV-Anlage liefern kann – wie nachts oder in der Dämmerung – kann durch das Entladen des Speichers zeitversetzt der auf dem Dach erzeugte Strom genutzt werden.

Welche Arten von Batteriespeichern gibt es?

Auf dem Markt gibt es verschiedene technische Lösungen. Am bekanntesten sind Lithium-Ionen-Batterien. Die Vorteile der Lithiumbatterien sind vor allem der hohe Wirkungsgrad, die hohe Energiedichte und die vergleichsweise lange Lebensdauer auch bei intensiver Nutzung. Die Speicherkapazität kann im Dauerbetrieb fast vollständig genutzt werden, ohne dass die Batterie darunter leidet.

Photovoltaik-Förderung: Diese Zuschüsse gibt es für Anlage und Stromspeicher

Quellen: Umweltbundesamt, Verbraucherzentrale NRW, KfW, EnBW

Neubau-Förderung für Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit

Die aktuelle Neubau-Förderung bezieht sich ausschließlich auf das Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit (EH 40 NH). Seit dem 21. April 2022 und bis Ende 2022 werden über die „Bundesförderung Effiziente Gebäude“ (BEG) nur noch Neubauten gefördert, die erstens dem Effizienzhaus-Standard EH 40 entsprechen und zweitens eine sogenannte Nachhaltigkeitsklasse (NH) erreichen.

Förderung im Neubau nur noch mit Nachhaltigkeitsaspekt

Die bisherigen Effizienzhausstandards EH55, EH40 Plus und EH40 (ohne NH) werden bei Neubauten nicht mehr gefördert. Das heißt, wer neu baut und dies im Rahmen der BEG fördern lassen möchte, kommt inzwischen nicht mehr um das Thema Nachhaltigkeit herum.

Mit der Einführung der Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) sind erstmals auch Nachhaltigkeitsaspekte Gegenstand der Gebäudeförderung. Zunächst berechtigte eine QNG-Zertifizierung zu einem Bonus bei der Förderung von Wohngebäuden. Seit April 2022 ist der Erhalt des QNG für die gesamte Neubauförderung verpflichtend.

Regnauer Hausbau
Neubau-Förderung für Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit für Plusenergiehäuser in Holzfertigbauweise. Foto Regnauer Hausbau

Überblick Neubau-Förderung QNG „Nachhaltiges Gebäude“

• Aktuelle Regelungen seit 28.07.2022:Neubauförderung nur noch für Standard Effizienzhaus/-gebäude 40 mit Nachhaltigkeits-Klasse (NH-Klasse).

Umstellung auf zinsverbilligte Kredite mit Tilgungszuschuss:

Max. Kreditbetrag Wohngebäude: 120.000 € je Wohneinheit, davon 5%, also maximal 6.000 € als (Tilgungs-)Zuschuss.

Max. Kreditbetrag Nichtwohngebäude: 2.000 €je m² Nettogrundfläche, max. 10 Mio. €, davon 5%, also maximal 500.000 € als (Tilgungs-)Zuschuss.

Für Kommunen alternativ auch direkt ausgezahlter Zuschuss.

Durch die Neuausrichtung der Förderung für den Neubau von Effizienzhäusern ab dem 21.04.2022 wird der ökologische Fußabdruck, der bei der Herstellung der Baumaterialien, einer etwaigen Entsorgung und durch den Nutzerstrom entsteht, berücksichtigt. Beim EH 40 NH wird ein umfassenderer Rahmen, nämlich der Lebenszyklus des Gebäudes, betrachtet.

Wie ist die Beantragung des QNG-Siegels „Nachhaltiges Gebäude“ geregelt?

Förderinteressierte mit Fragen zum Förderverfahren (z.B. zur Antragstellung, Fördervoraussetzungen, Förderhöhen etc.) können die hierfür zuständige KfW unter der kostenfreien Servicenummer 0800 539 9007 kontaktieren oder finden Informationen auf der Internetseite der KfW.

Welche Anforderungen gelten für die Effizienzhaus-Förderung?

Die Förderung für ein EH 40 NH muss vor Vorhabensbeginn mit einem Energieberater bei der KfW beantragt werden. Ein Auditor – das kann der Energieberater, ein Architekt oder auch ein Haushersteller sein – begleitet den Prozess dann wahrend der Planungs- und Bauphase. Das Nachhaltigkeitssiegel erhält das Haus nach Fertigstellung.

Für die Beantragung des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude“ (QNG) für die Förderung eines Effizienzhauses 40 Nachhaltigkeit gelten 17 verschiedene Punkte.

Neubau-Förderung
Qualitätssiegel Nachhaltiges Gebäude (QNG) ist ein staatliches Qualitätssiegel für Gebäude.

Bei der Erfüllung der besonderen Anforderungen wird zwischen den Anforderungsniveaus QNG-PLUS (Erfüllung überdurchschnittlicher Anforderungen) und QNG-PREMIUM (Erfüllung deutlich überdurchschnittlicher Anforderungen) unterschieden:

Besondere und somit verpflichtende Anforderungen:

Ressourceninanspruchnahme und Wirkungen auf die globale Umwelt: Schonung natürlicher Ressourcen und Begrenzung negativer Wirkungen auf die Umwelt. Im Lebenszyklus des Hauses dürfen die Treibhausgasemissionen maximal 28 kg CO2 pro Quadratmeter im Jahr betragen. Und der Primärenergiebedarf aus nicht erneuerbaren Energien darf maximal 96 kWh pro Quadratmeter im Jahr ausmachen.

Nachhaltige Beschaffung: Einhaltung von Sozial- und Umweltstandards in den Lieferketten, Einhaltung von Menschenrechten, des Arbeits- und Umweltschutzes sowie Schonung natürlicher Ressourcen. Mindestens 50 Prozent der verbauten Hölzer, Holzprodukte und Holzwerkstoffe müssen nachweislich aus nachhaltiger Forstwirtschaft stammen.

Risiken für Gesundheit und Umwelt: Ausschließen oder Begrenzen von schadstoffhaltigen Baumaterialien. Der Bauherr muss die bauausführenden Firmen vertraglich dazu verpflichten.

Allgemeine Anforderungen:

Barrierefreiheit: Gewährleistung einer unabhängigen Lebensführung und der vollen Teilhabe in allen Lebensbereichen für Menschen mit Einschränkungen

Erfüllung von Nutzeranforderungen: Sicherstellung einer hohen Nutzerzufriedenheit

Thermischer Komfort: Schutz vor Hitze im Sommer

Visueller Komfort: Versorgung mit Tages- und Kunstlicht sowie Sichtbeziehungen nach außen

Schallschutz: Schutz vor Schall, Sicherung von Gesundheit, Leistungsfähigkeit, Privatheit und Vertraulichkeit

Flächeninanspruchnahme: Reduzierung des Flächenverbrauchs, Vermeidung der Zersiedelung der Landschaft, Geringhaltung zusätzlicher Bodenversiegelung

Trinkwasserbedarf in der Nutzungsphase: Schonung natürlicher Ressourcen

Rückbau- und Recyclingfreundlichkeit: langlebiges und anpassbares Bauwerk

Flexibilität und Anpassungsfähigkeit: Anpassbarkeit an sich ändernde Nutzerbedürfnisse und Nutzungsbedingungen, Vermiet- oder Vermarktbarkeit soll aufrechterhalten werden

Schaffung von Voraussetzungen für Bewirtschaftung: optimale Nutzung und Bewirtschaftung, etwa mithilfe eines Wartungs- und Instandhaltungsplans

Flächeneffizienz: Bewertung der Qualität der Grundrisslösung, effiziente Nutzung bebauter Flächen

Lebenszykluskosten: Wirtschaftlicher Umgang mit finanziellen Ressourcen

Qualität der Projektvorbereitung: Ermittlung der Bedürfnisse von Bauherren und Nutzern

Qualitätskontrolle der Bauausführung: Erreichen von Planungszielen und Feststellung der Mangelfreiheit des Gebäudes

Wer überwacht die Nachhaltigkeits-Kriterien?

Ist es nicht aufwendig für angehende Bauherren/Baufrauen alle 17 Kriterien im Blick zu behalten? Nein, überhaupt nicht, da in der Regel sich der Holzfertighaushersteller / Holzhaushersteller um diese Kriterien kümmert. Auch Energieberater und Auditoren können Nachhaltigkeits-Kriterien prüfen und genehmigen. Hier gibt es eine Übersicht über Siegelvarianten, registrierte Bewertungssystem und akkreditierte Zertifizierungsstellen für das QNG beim Portal Nachhaltiges Bauen.

Die allermeisten Punkte aus dem Kriterienkatalog für das Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit erfüllen heute Holzfertighäuser / Holzhäuser, die mit einem sehr guten Wärmedämmstandard, erneuerbarer Energie und Eigenstrom / Stromspeicherung ausgerüstet sind. Zudem sind Häuser mit einer Holzbau-Konstruktion (meist Holzrahmenbau) klimafreundlich, weil im Holz das CO2 gespeichert ist und später das Holz recycelbar ist.

Förderprogramm „Klimafreundliches Bauen“ ab 2023

Für 2023 plant die derzeitige Ampel-Koalition das neue Förderprogramm „Klimafreundliches Bauen“ im Sinne des Klimaschutzes. Ziel beim Neubau wird sein, dass der ökologische Fußabdruck möglichst gering bleibt, um die ambitionierten Klimaziele der Bundesregierung zu erreichen. Daher ist es zwingend notwendig, den gesamten Lebenszyklus beim Neubau zu betrachten. Wo kommt das Baumaterial her, welche Emissionen werden damit verursacht, ist das Baumaterial später recycelbar?

Eine Konstruktion aus Holz verursacht weit weniger Emissionen als ein Massivhaus. Holzhäuser punkten ohnehin, wenn es um die Berücksichtigung von schadstoffarmen Materialien geht. Holz ist ebenso im Vorteil gegenüber Ziegel und Beton, wenn es um die „graue Energie“ bei der Herstellung geht. Zudem kündigte die Bundesbauministeriun Klara Geywitz zusammen mit dem Bundeslandwirtschaftsministerium eine Holzbauinitiative an.

Neubau-Förderung
Die Treibhaus-Emissionen im Lebenszyklus von Gebäuden werden in 2023 noch stärker in den Fokus gestellt. Foto: Holzbauwelt.de

Geplante Fördertöpfe zum klimaneutralen Bauen in 2023

Die Bundesbauministerin traf folgende Aussagen gegenüber dem Handelsblatt auf der Münchner Immobilienmesse Expo Real Anfang Oktober 2022 zur geplanten Neustrukturierung der Wohnbauförderung ab 2023 hinsichtlich der Fördertöpfe: „Der eine ist für die Wohneigentumsförderung von Familien mit kleinen und mittleren Einkommen gedacht, der andere für die Förderung von Neubauten, zum Beispiel mehrgeschossigen Mietwohnungsbauten.

Beide Töpfe sind auf das energetisch hochwertige Bauen ausgerichtet. Zudem werden beide Förderlinien konsequent auf den Lebenszyklusansatz ausgerichtet. Die Förderrichtlinien sind noch in der Entwicklung. Das Konzept geht dieser Tage an den Bundestag (im Oktober 2022).

Ausblick auf Förderung in 2023

Das Qualitätssiegel für Nachhaltiges Bauen soll weiterentwickelt und die Treibhaus-Emissionen im Lebenszyklus von Gebäuden noch stärker in den Fokus gestellt werden. Quelle: https://www.bundesregierung.de/breg-de/themen/klimaschutz/neubaufoerderung-eh40-2023780

Aktueller Stand Ende Oktober 2022:→Regelungen zur Neubau-Förderung durch das Bundesbauministerium (BMWSB) angekündigt.

Start ab März 2023 →NH-Klasse (mit Gebäudezertifizierung) voraussichtlich nicht mehr der einzige förderfähige Standard.

Im Neubau liegen energiesparende Holzhäuser voll im Trend

Der Neubau mit erneuerbaren Energien lohnt sich mehr denn je. Der Traum vom Eigenheim mit Garten ist bei den meisten Deutschen vorhanden, vor allem bei jungen Familien. Immer mehr Bauherren/Baufrauen planen beim Neubau ihres Eigenheimes eine Photovoltaikanlage auf der Dachfläche ein. Aktuell besitzen bereits rund 1,2 Millionen Hausbesitzer eine Solaranlage – Tendenz steigend.

Bei der Planung eines Neubaus ist man deshalb gut beraten, von Anfang an eine Solaranlage und den eigenen Fotovoltaikstrom zu denken. So macht sich der/die künftige Hausbesitzer:in unabhängig von steigenden Energiepreisen bei der ohnehin bestehenden Ressourcenverknappung von fossilen Energieträgern. Um die inzwischen deutlich gesteigerten Klimaziele erreichen zu können, sind größere Anstrengungen bei der Energieeffizienz von Gebäuden erforderlich.

Für welche Gebäude gilt das Gebäudeenergiegesetz?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) trat am 1. November 2020 in Kraft. Es gilt für alle Gebäude, die beheizt oder klimatisiert werden. Seine Vorgaben beziehen sich vorwiegend auf die Heizungstechnik und den Wärmedämmstandard des Gebäudes, also auch für den Neubau.

Mit dem Gebäudeenergiegesetz hat die Bundesregierung im November 2020 ein Gesetz verabschiedet, das u.a. die Vorgaben der EU-Gebäuderichtlinie aus dem Jahr 2010 erfüllen soll. Das im November 2020 in Kraft getretene Gebäudeenergiegesetz (GEG) hat die Energieeinsparverordnung (EnEV) und das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) abgelöst.

Neubau Hausbau
Plusenergie-Holzhäuser erhalten im Neubau die höchste Effizienzhaus-Förderung EH 40 Nachhaltigkeit. Foto: KAMPA GmbH

Welche energetischen Anforderungen gelten für den Neubau?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) stellt Anforderungen an die energetische Qualität von Neubauten. Neubauten dürfen einen bestimmten Wert für den Jahres-Primärenergiebedarf und den Wärmeverlust der Gebäudehülle nicht überschreiten. Der Jahres-Primärenergiebedarf sagt aus, wie viel Energie im Zeitraum eines Jahres für das Heizen, Lüften, Kühlen und die Warmwasserbereitung benötigt wird.

Darüber hinaus zielt das Gebäudeenergiegesetz (GEG) auf eine energieeffiziente Anlagentechnik für das Heizen, Lüften, Kühlen und die Warmwasserbereitung ab, wenn diese erstmals in ein Gebäude eingebaut oder in bestehenden Gebäuden ersetzt wird.

Die Anforderungen an Neubauten sind nahezu unverändert aus der Energieeinsparverordnung (EnEV) übernommen worden. Da das Gebäudeenergiegesetz (GEG) im Jahr 2023 überprüft wird, kann der Bund die Anforderungen weiter anheben. Gleiches gilt für die Berücksichtigung von sogenannter Grauer Energie, also des Energieaufwands, der etwa für Abbau, Herstellung, Transport oder Entsorgung von Materialien benötigt wird.

Das Wichtigste in Kürze:

  • Im Gebäudeenergiegesetz (GEG) ist festgelegt, welche energetischen Anforderungen beheizte und klimatisierte Gebäude erfüllen müssen.

  • Das Gesetz enthält Vorgaben zur Heizungs- und Klimatechnik sowie zum Wärmedämmstandard und Hitzeschutz von Gebäuden.

  • Die energetischen Mindestanforderungen an Neubauten sind etwas geringer als in der zuvor geltenden Energieeinsparverordnung (EnEV).

  • Beim Neubau gibt das GEG bestimmte Anteile an regenerativen Energien vor, die das Gebäude zum Heizen oder auch Kühlen verwenden muss.

Klimafreundliche und energiesparende Holzfertighäuser finden Sie auf dem Portal Holzbauwelt.de.

Die momentan aktuelle Effizienzhaus-Förderung für den Neubau gibt’s hier.

Nachhaltigkeitsziele für nachhaltiges Bauen

Das Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) ist ein Instrument zur Planung und Bewertung nachhaltiger und in der Regel öffentlicher Bauvorhaben. Es ergänzt den Leitfaden Nachhaltiges Bauen des Bundesbauministeriums als ganzheitliche Bewertungsmethodik für Gebäude und ihr Umfeld.

Das Portal des Bundes zum Bewertungssystem Nachhaltiges Bauen (BNB) stellt alle Kriteriensteckbriefe sowie Arbeitshilfen für Gebäudezertifizierungen bereit und informiert über die Anwendungsmöglichkeiten der Module. Ergänzt wird dies durch Beispiele von zertifizierten Gebäuden.

Warum ist nachhaltiges Bauen notwendig?

National wie international stellt das Thema Nachhaltigkeit eines der wichtigsten Leitbilder für die Zukunft dar. Bauwerke sind dabei wegen ihrer langen Nutzungsdauer und des hohen Energie- und Ressourcenverbrauchs ein besonders wichtiger Bereich.

Nachhaltiges Handeln bedeutet, ökologische, ökonomische und soziokulturelle Gesichtspunkte gleichberechtigt zu berücksichtigen, um nachfolgenden Generationen eine intakte Umwelt und gleiche Lebenschancen hinterlassen zu können.

Für die Umsetzung von Nachhaltigkeitszielen beim Planen, Bauen, Sanieren und Betreiben von Gebäuden sind verschiedene Instrumente und Kenntnisse erforderlich, die besonders in der Planung eingesetzt werden.

Nachhaltigkeitsziele
Nachhaltigkeitsziele der Bundesregierung manifestieren sich in den 17 globalen Herausforderungen der UN

Nachhaltigkeitsziele als Gemeinschaftsaufgabe von Bund und Ländern

Die bereits vorhandene Zuständigkeit der Staatsministerin für die Bund-Länder-Beziehungen passt sehr gut zum Themenbereich einer nachhaltigen Entwicklung. Denn Nachhaltigkeit ist eine Gemeinschaftsaufgabe. Bund, Länder und Kommunen stehen in einer besonderen Verantwortung, um die globalen Nachhaltigkeitsziele bis 2030 zu erreichen.

Bund und Länder haben deshalb das Gemeinschaftswerk Nachhaltigkeit ins Leben gerufen. Es ist eine gemeinsame Initiative und wird vom Rat für Nachhaltige Entwicklung koordiniert. Ziel ist es, dass alle gesellschaftlichen Gruppen und alle staatlichen Ebenen bei der Umsetzung der 17 Ziele mitmachen.

Ab Herbst 2022 können auf einer Web-Plattform alle Aktivitäten, die in Zusammenhang mit Generationengerechtigkeit sowie mit allen Facetten von Nachhaltigkeit stehen, gebündelt werden. Den Startschuss wird Bundeskanzler Scholz im Rahmen der Jahreskonferenz des Rates für Nachhaltige Entwicklung am 26. September 2022 in Berlin geben.

17 globale Nachhaltigkeitsziele sind Richtschnur der Politik

Im Beschluss des Koalitionsvertrages möchte die Bundesregierung zeigen, wie wichtig ihr das Thema Nachhaltigkeit ist. Der Koalitionsvertrag als „Bündnis für Freiheit, Gerechtigkeit und Nachhaltigkeit“ (Titel des Koalitionsvertrages) hat die in der Agenda 2030 festgelegten 17 globalen Nachhaltigkeitsziele als Richtschnur der Politik der Bundesregierung betont.

Sigurd Maier, Inhaber des Portales Holzbauwelt.de: „Nachhaltiges Bauen ist schlichtweg die Maxime des heutigen Bauens. Mit dem Baustoff Holz beispielsweise entstehen klimaneutrale Gebäude, die als Niedrigstenergiehaus oder Plus-Energie-Haus in Holzfertigbauweise so wenig wie möglich Energie sowohl bei der Herstellung wie auch im Betrieb benötigen.“

Quellen: nachhaltigesbauen.de, bundesregierung.de

Vom EH-55 zum EH-40-Neubaustandard ab 2025

Welcher Neubaustandard ist künftig sinnvoll und welche Fördermaßnahmen werden bevorzugt? Das Bundesministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) und das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) haben am 13. Juli 2022 in einer gemeinsamen Pressemitteilung ein Maßnahmenpaket vorgelegt, mit deren Hilfe die Klimaschutzziele im Gebäudesektor erreicht werden sollen.

Verschärfungen für die Gebäudehülle sind aber nicht vorgesehen. Allein der Primärenergiebedarf entscheidet künftig. Eines ist jedoch sich: Wer jetzt seine Gebäudehülle neu baut oder ertüchtigt, verbraucht in den kommenden Jahrzehnten weniger Energie.

Das Programm ist verabschiedet und wird nun dem Expertenrat für Klimafragen zur Stellungnahme zugeleitet. Anschließend berät die Bundesregierung über die zu ergreifenden Maßnahmen und beschließt diese schnellstmöglich. Die Maßnahmenvorschläge sollen aller Voraussicht nach in das umfassende Klimaschutz-Sofortprogramm der Bundesregierung integriert werden.

Neubaustandard
Vom EH-55-Neubaustandard in 2023 bis zum EH-40-Neubaustandard in 2025 reichen die Planungen der Bundesregierung. Foto: Regnauer Hausbau

Neuausrichtung im Neubau und bei der Gebäudesanierung

Der Gebäudesektor hat bislang seine Zielvorgaben nach dem Klimaschutzgesetz verfehlt. „Die Erreichung der Klimaschutzziele ist insbesondere im Gebäudesektor von großer Relevanz. In Deutschland entfallen rund 35 Prozent des Energieverbrauchs und etwa 30 Prozent der Treibhausgase auf den Gebäude-Sektor. Die mittel- und langfristigen Klimaziele im Gebäudebereich können nur dann erreicht werden, wenn eine zügige und deutliche Steigerung der Sanierungsdynamik erzielt wird, die sowohl eine Erhöhung der Sanierungsrate als auch -tiefe umfasst und die Wärmeversorgung gleichzeitig dekarbonisiert wird“, so die Analyse der beiden Ministerien.

Sowohl für Bauherren/Baufrauen und Sanierungswillige ist es wichtig, sich auf Vorgaben und Förderbedingungen verlassen zu können. Ändern sich diese ständig, diese wurden in den letzten 3 Jahren 3 mal verändert, ist es zum einen eine Herausforderung, auf dem Laufenden zu bleiben und den Überblick zu behalten.

EH-55 Neubaustandard als Zwischenschritt zum EH-40-Standard

Die geplante Einführung des EH-55-Neubaustandards (maximal 55 Prozent Energieverbrauch eines Referenzgebäudes) zum 1. Januar 2023 als Zwischenschritt bis zur Einführung des EH-40 Standards im Jahr 2025 wird von Sachverständigen unterschiedlich bewertet.

An konkreten Schritten geht es um die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG). Der bislang vorgelegte Entwurf für das Gebäudeenergiegesetz vernachlässigt aber, so zahlreiche Verbände, das Thema Effizienz der Hülle. Die vorgesehene Erhöhung der Standards für die Gebäudehülle wurde gestrichen. Als Neubaustandard wurde „Primärenergie-EH55“ festgelegt. Weitere Novellierungsschritte des GEG sollen folgen, unklar ist wann. Gemäß Koalitionsvertrag soll der Neubaustandard ab 2025 an den EH40-Standard angeglichen werden.

Klimafreundliche energiesparende Holzfertighäuser und Massivholzhäuser gibt es von den führenden Holzhaus-Herstellern auf der Holzbauwelt-Webseite.

Die Photovoltaikpflicht im Neubau ist da

Am 1. Januar 2022 hat die Photovoltaikpflicht in Baden-Württemberg ihren Auftakt gehabt. Damit ist Baden-Württemberg Klimaschutzvorreiter und das erste Bundesland mit einer Photovoltaikpflicht. Photovoltaikanlagen werden künftig bei jedem Neubauvorhaben standardmäßig mitgedacht. Ab dem Jahr 2023 gilt die Photovoltaikpflicht auch für alle grundlegenden Dachsanierungen.

Bis zum Jahr 2040 will Baden-Württemberg klimaneutral sein, fünf Jahre früher als der Bund. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist hierfür ein zentraler Baustein. Mit der Photovoltaikpflicht befördert das Land den Ausbau, um Dachflächen für die Energiewende mehr zu nutzen.

Schon heute macht in Baden-Württemberg die ein Siebtel (14 Prozent) der aus. Die Solarenergie ist damit die wichtigste erneuerbare Energiequelle im Land. Doch erst etwa zehn Prozent aller Dachflächen in Baden-Württemberg sind bislang zur Solarenergieerzeugung erschlossen. Das soll die Photovoltaikpflicht nun ändern.

Photovoltaikpflicht Neubau
Ab Mai 2022 gilt die Photovoltaikpflicht für alle Neubauten in Baden-Württemberg. Foto: Holzbauwelt.de

Schrittweise Einführung der Photovoltaikpflicht

Seit Jahresbeginn 2022, gilt die Photovoltaikpflicht für alle neu geplanten Nichtwohngebäude sowie Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen. Im zweiten Schritt, ab Mai 2022, müssen auch bei neu geplanten Wohngebäuden Solaranlagen installiert werden. Im dritten Schritt, ab 2023, greift die Photovoltaikpflicht auch bei grundlegenden Dachsanierungen.

Die Fristen der Photovoltaikpflicht in der Übersicht:

  • Ab 1. Januar 2022 beim Neubau von Nichtwohngebäuden und beim Neubau von Parkplätzen ab 35 Stellplätzen
  • Ab 1. Mai 2022 beim Neubau von Wohngebäuden
  • Ab 1. Januar 2023 bei grundlegenden Dachsanierungen

Ausschlaggebend für die Photovoltaikpflicht beim Neubau ist der Eingang des Bauantrags bei der zuständigen Behörde. Bei Dachsanierungen entscheidet der Beginn der Bauarbeiten.

Warum gibt es die Photovoltaikpflicht?

Mit der Photovoltaikpflicht soll ein wichtiger Beitrag für die Energiewende geleistet werden. Als Industriestandort mit großer Wirtschaftskraft und entsprechendem Stromverbrauch ist Baden-Württemberg auf ein breites Portfolio an Energiequellen angewiesen. Der Bedarf an erneuerbaren Energien soll daher zukünftig neben dem Ausbau von Windenergie und Freiflächenphotovoltaik vermehrt auch durch die dezentrale Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie im Gebäudesektor gedeckt werden.

Eine Übersicht der Holzfertighäuser mit Photovoltaik als Plus-Energie-Häuser gibt es auf dem Portal Holzbauwelt.de.

Arbeitsplan Energieeffizienz für mehr Unabhängigkeit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Mitte Mai einen „Arbeitsplan Energieeffizienz“ vorgelegt. Dieser definiert wichtige Schritte und Maßnahmen der Bundesregierung, wie sich mehr Energie einsparen lasse und die Energieeffizienz erhöht werden könne.

Laut der zugehörigen Pressemitteilung des Ministeriums seien Energieeinsparungen angesichts des völkerrechtswidrigen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führe, dringlicher denn je. Der Arbeitsplan Energieeffizienz enthalte daher einen klaren Maßnahmenkatalog, darunter finanzielle Anreize, gezielte Förderung und Anpassungen des regulatorischen Rahmens. Die einzelnen Maßnahmen und Instrumente seien demnach mit Zeitplänen unterlegt.

Förderung und Anreize für mehr Energieeffizienz notwendig

Förderung und Anreize sind ein wesentlicher Schlüssel für mehr Energieeffizienz. Dazu muss aber das Richtige gefördert werden, das Falsche dagegen nicht mehr. In den vergangenen Jahren wurde zum Beispiel noch der Einbau von Gasheizungen gefördert. Dieser Anachronismus wird mit der BEG-Reform jetzt beendet, teils wurde dies schon umgesetzt (so bei der Förderung Effizienzhausstandard EH 40).

Ähnliche Fehlanreize gab es insgesamt bei der Neubauförderung: Hier wurde zu lange mit hohen Summen ein Gebäudestandard gefördert, der sich längst am Markt durchgesetzt hat, nämlich der KfW-Effizienzhausstandard 55 (EH 55). Dafür flossen 2021 ca. 6 Milliarden Euro Steuergelder, was rund einem Drittel der 2021 insgesamt für die Gebäudeeffizienzförderung verfügbaren Mittel entspricht. Auch diese Fehlanreize werden beendet. Es gilt, die Steuergelder gezielter dort einzusetzen, wo der Klimaschutzeffekt am höchsten ist.

Energieeffizienz Neubau
Im Arbeitsplan Energieeffizienz des Bundeswirtschaftsministeriums gilt das Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit als Neubauförderung. Foto: Holzbauwelt.de

Neuausrichtung der Bundesförderung für effiziente Gebäude

Wichtig ist es daher jetzt, die Förderangebote für Haushalte und Unternehmen, insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), neu auszurichten. So wird der Hauptschwerpunkt der Gebäudeförderung über die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf der Sanierung bestehender Häuser und Wohnungen liegen.

Die Sanierungsförderung hat einen besonders hohen Klimaschutzeffekt und hilft, Geld zu sparen. Gerade alte Fenster, alte Außentüren oder alte Heizungsanlagen sind Energiefresser – und damit Kostenfaktoren. Von der Sanierungsförderung können zudem die allermeisten Wohngebäude profitieren. Das Interesse an ihr hat in diesem Jahr angesichts der hohen fossilen Energiepreise deutlich zugenommen. So hat sich die Nachfrage im ersten Quartal dieses Jahres beim BAFA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt (auf ca. 121 000). Diese Dynamik gilt es zu nutzen und zu unterstützen.

Neubauförderung orientiert sich an Klimaschutzkriterien

Die Neubauförderung im Rahmen des BEG wird zudem an klaren Klimaschutzkriterien ausgerichtet. Erste Zwischenschritte sind bereits gegangen. So greift aktuell die zweite Stufe der Neubauförderung – die sogenannte Förderung Effizienzhausstandard 40 Nachhaltigkeit (EH40-NH), die eine Förderung an das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen (QNG) knüpft.

Ab Januar 2023 folgt dann ein für Neubauten neues Programm „Klimafreundliches Bauen“, das zusammen mit dem Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) erarbeitet wird. Künftig soll es über eine Reform des BEG zudem verstärkte Anreize für den Wechsel von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare geben (also etwa weg von der Gasheizung hin zur Wärmepumpe) sowie niedrigschwellige Angebote (etwa für die Optimierung bestehender Heizungsanlagen).

Um die Energieeffizienz im Gebäudebestand weiter zu erhöhen, sollen besonders die energetisch schlechtesten Gebäude adressiert werden, da dort das Einsparpotenzial für Energie und Treibhausgasemissionen am größten ist. Die entsprechenden Anpassungen werden mit der BEG-Reform bis zum Sommer umgesetzt.

Programme für Klimaschutzverträge (sog. Carbon Contracts for Difference) gestartet. Klimaschutzverträge sollen die Markteinführung klimafreundlicher Prozesse vor allem in den Grundstoffindustrien ermöglichen, indem Risiken vermindert und Betriebskostendifferenzen zwischen herkömmlichen und klimafreundlichen Verfahren ausgeglichen werden. Bis zum Sommer erarbeitet das BMWK eine Förderrichtlinie, die der Europäischen Kommission anschließend zur Genehmigung vorgelegt wird. Die Klimaschutzverträge sollen dann noch in diesem Jahr als Förderinstrument eingeführt werden. Den kompletten Arbeitsplan Energieeffizienz gibt es hier zum Download.

Mindesteffizienzhausstandard im Neubau ab 2023

Ab nächstem Jahr wird der gesetzliche Mindesteffizienzstandard im Neubau angehoben, und zwar auf die Effizienzklasse EH 55.

Ab dem 1. Januar 2025 wird der Standard noch mal auf EH 40 erhöht. Hierdurch wird der Wärme- und damit der Gasbedarf im Neubau erheblich reduziert. Eine entsprechende Formulierungshilfe für die Novelle des Gebäudeenergiegesetztes wurde in gemeinsamer Federführung vom Bundeswirtschafts- und Bundesbauministerium erarbeitet und am 11. Mai 2022 im Kabinett verabschiedet.

Ziel ist, dass Heizungen sehr rasch noch stärker auf Basis erneuerbarer Energien laufen. Deshalb gilt ab 2024, dass bei jeder neu eingebauten oder ausgetauschten Heizung, mindestens 65 Prozent Erneuerbare Energien zu nutzen sind. Das ist in den allermeisten Fällen durch den Einbau einer Wärmepumpe, von Solarthermie oder Holzpellets möglich. Damit wird der Abschied von der Gasheizung vorangetrieben. Die hierfür notwendige Novelle des Gebäudeenergiegesetzes soll im zweiten Halbjahr vorgelegt werden.

Solardächer sollen zum Standard werden, um die Stromerzeugung aus Sonne schnell zu erhöhen. Dies macht uns unabhängiger von Energieimporten und senkt angesichts der aktuell sehr hohen Börsenstrompreise die Stromkosten für alle. Die große Novelle des EEG führt bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Einspeisevergütungen bei Dachanlagen. Auch hier muss eine gesetzliche Verankerung im Gebäudeenergiegesetz erfolgen; das ist für das zweite Halbjahr geplant.

Quelle: Arbeitsplan Energieeffizienz, Bundeswirtschaftsministerium.

Effizienzhaus 40 EE, NH und 40 plus mit neuer KfW-Förderung

Die aktuelle KfW-Neubau-Förderung startet ab dem 20.04.2022 und beinhaltet nur noch Fördermittel für das Effizienzhaus 40 EE, das Effizienzhaus 40 NH und das Effizienzhaus 40 plus. Wer in 2022 ein energiesparendes Haus bauen will, sollte sich ab dem 20. April 2022 sputen, um eine staatliche Hausbau-Förderung der KfW-Bank zu beantragen. Das Effizienzhaus 40 wird – so wie das Effizienzhaus 55 – nicht mehr gefördert.

Für die Neubauförderung steht ein Budget von einer Milliarde Euro zur Verfügung. Es gibt nur noch Kredite mit Tilgungszuschuss, Zuschüsse werden nicht mehr vergeben. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gab bereits bei der Vorstellung des neuen Programms zu bedenken, dass die Mittel wohl schnell ausgeschöpft sein werden: „Um dennoch möglichst vielen Antragstellern eine Förderung zu ermöglichen, haben wir die Fördersätze reduziert.“

Fördervolumen im Neubau bis 31. Dezember 2022 begrenzt

Falls die eine Milliarde Euro noch dieses Jahr ausgeschöpft werden, soll nach Angaben des Ministeriums die Neubauförderung im Programm Effizienzhaus 40 NH (Nachhaltigkeitsklasse) nahtlos mit anspruchsvolleren Konditionen fortgeführt werden. Das Programm soll dann eine Neubauförderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen ermöglichen. Dieses Programm in der Stufe 2 soll bis zum 31. Dezember 2022 gelten.

Ab 2023 soll es dann ein neues umfassendes Programm „Klimafreundliches Bauen“ geben. Details dazu werden nach Angaben des Ministeriums noch erarbeitet. Allerdings ist schon bekannt geworden, dass vor allem die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden stärker in den Blick genommen werden sollen.

Der energieeffiziente Hausbau erhält von der KfW- Bank in 2022 Fördermittel für das Effizienzhaus 40 EE, das Effizienzhaus 40 NH und das Effizienzhaus 40 Plus. Foto: KAMPA GmbH

Hausbau-Fördersätze für Effizienzhaus 40 EE, NH und 40 plus

Die Bundesregierung hat die Fördersätze für einzelne Bauprojekte halbiert. Die Gebäudeklasse Effizienzhaus (EH) 40 wird mit zehn Prozent eines maximalen Kreditbetrags von 150.000 Euro bezuschusst. Man erhält also maximal bis zu 15.000 Euro. Für Häuser der EH-40-Nachhaltigkeitsklasse und EH-40 plus Häuser beträgt der neue Zuschuss maximal 12,5 Prozent eines Kreditbetrags von 150.000 Euro, also bis zu 18.750 Euro.

Beantragung Neubauförderung für Effizienzhaus 40 EE, 40 NH und 40 plus

Beantragt wird die Förderung für energieeffizientes Bauen immer vor dem eigentlichen Baubeginn. Um eine Förderung zu erhalten, muss der Neubau die Standards der Effizienzstufe Effizienzhaus 40 EE, 40 NH und 40 plus erreichen. „Dies kann über viele verschiedene Wege erreicht werden und hängt vom Baustil des jeweiligen Hauses ab“, erklärt eine Pressesprecherin der KfW auf Anfrage von tagesschau.de. Darum sei bei jedem Antrag auch die Beurteilung durch einen Energiesachverständigen nötig.

Um zu prüfen, welche Effizienzstufe das eigene Haus erreicht, müssen Bauherren mit einem zertifizierten Energiesachverständigen die einzelnen Daten des Hauses auf der Webseite der KfW eintragen: „Dort wird dann automatisch das Energielevel des Hauses berechnet, und mit einem entsprechenden Dokument erhält man dann die Förderung bei der Bank“, so die KfW-Sprecherin.

Der Neubau muss klimaneutral werden

Mehr als ein Drittel der gesamten Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht – vor allem für Heizung, Kühlung und Warmwasser. Das soll sich ändern. Bis 2045 sollen Häuser klimaneutral sein. Um das zu erreichen, unterstützt der Staat das energiesparende Bauen und Sanieren mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“.

Mittelfristig sollen die Anforderungen an die Energieeffizienz der geförderten Maßnahmen deutlich angehoben werden. Ziel der Regierung sei, die Neubauförderung „Zug um Zug auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auszurichten“, so Wirtschaftsminister Habeck.

Eine nachhaltige Bauweise im Neubau und Fertighausbau ist die Holzbauweise, die im Gensatz zu Ziegel und Beton nur sehr wenig Emissionen verursacht. Hier gibt es eine Auswahl an individuellen Holzfertighäusern die mit dem klimaneutralen Baustoff Holz erstellt werden.

Nähere Informationen zu den Förderkonditionen im Neubau für 2022 finden Sie auf der Internetseite der KfW oder auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums.