Die Photovoltaikpflicht im Neubau ist da

Am 1. Januar 2022 hat die Photovoltaikpflicht in Baden-Württemberg ihren Auftakt gehabt. Damit ist Baden-Württemberg Klimaschutzvorreiter und das erste Bundesland mit einer Photovoltaikpflicht. Photovoltaikanlagen werden künftig bei jedem Neubauvorhaben standardmäßig mitgedacht. Ab dem Jahr 2023 gilt die Photovoltaikpflicht auch für alle grundlegenden Dachsanierungen.

Bis zum Jahr 2040 will Baden-Württemberg klimaneutral sein, fünf Jahre früher als der Bund. Der Ausbau der erneuerbaren Energien ist hierfür ein zentraler Baustein. Mit der Photovoltaikpflicht befördert das Land den Ausbau, um Dachflächen für die Energiewende mehr zu nutzen.

Schon heute macht in Baden-Württemberg die ein Siebtel (14 Prozent) der aus. Die Solarenergie ist damit die wichtigste erneuerbare Energiequelle im Land. Doch erst etwa zehn Prozent aller Dachflächen in Baden-Württemberg sind bislang zur Solarenergieerzeugung erschlossen. Das soll die Photovoltaikpflicht nun ändern.

Photovoltaikpflicht Neubau
Ab Mai 2022 gilt die Photovoltaikpflicht für alle Neubauten in Baden-Württemberg. Foto: Holzbauwelt.de

Schrittweise Einführung der Photovoltaikpflicht

Seit Jahresbeginn 2022, gilt die Photovoltaikpflicht für alle neu geplanten Nichtwohngebäude sowie Parkplätze mit mehr als 35 Stellplätzen. Im zweiten Schritt, ab Mai 2022, müssen auch bei neu geplanten Wohngebäuden Solaranlagen installiert werden. Im dritten Schritt, ab 2023, greift die Photovoltaikpflicht auch bei grundlegenden Dachsanierungen.

Die Fristen der Photovoltaikpflicht in der Übersicht:

  • Ab 1. Januar 2022 beim Neubau von Nichtwohngebäuden und beim Neubau von Parkplätzen ab 35 Stellplätzen
  • Ab 1. Mai 2022 beim Neubau von Wohngebäuden
  • Ab 1. Januar 2023 bei grundlegenden Dachsanierungen

Ausschlaggebend für die Photovoltaikpflicht beim Neubau ist der Eingang des Bauantrags bei der zuständigen Behörde. Bei Dachsanierungen entscheidet der Beginn der Bauarbeiten.

Warum gibt es die Photovoltaikpflicht?

Mit der Photovoltaikpflicht soll ein wichtiger Beitrag für die Energiewende geleistet werden. Als Industriestandort mit großer Wirtschaftskraft und entsprechendem Stromverbrauch ist Baden-Württemberg auf ein breites Portfolio an Energiequellen angewiesen. Der Bedarf an erneuerbaren Energien soll daher zukünftig neben dem Ausbau von Windenergie und Freiflächenphotovoltaik vermehrt auch durch die dezentrale Erzeugung von Strom aus Sonnenenergie im Gebäudesektor gedeckt werden.

Eine Übersicht der Holzfertighäuser mit Photovoltaik als Plus-Energie-Häuser gibt es auf dem Portal Holzbauwelt.de.

Arbeitsplan Energieeffizienz für mehr Unabhängigkeit

Das Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz (BMWK) hat Mitte Mai einen „Arbeitsplan Energieeffizienz“ vorgelegt. Dieser definiert wichtige Schritte und Maßnahmen der Bundesregierung, wie sich mehr Energie einsparen lasse und die Energieeffizienz erhöht werden könne.

Laut der zugehörigen Pressemitteilung des Ministeriums seien Energieeinsparungen angesichts des völkerrechtswidrigen Krieges, den Russland gegen die Ukraine führe, dringlicher denn je. Der Arbeitsplan Energieeffizienz enthalte daher einen klaren Maßnahmenkatalog, darunter finanzielle Anreize, gezielte Förderung und Anpassungen des regulatorischen Rahmens. Die einzelnen Maßnahmen und Instrumente seien demnach mit Zeitplänen unterlegt.

Förderung und Anreize für mehr Energieeffizienz notwendig

Förderung und Anreize sind ein wesentlicher Schlüssel für mehr Energieeffizienz. Dazu muss aber das Richtige gefördert werden, das Falsche dagegen nicht mehr. In den vergangenen Jahren wurde zum Beispiel noch der Einbau von Gasheizungen gefördert. Dieser Anachronismus wird mit der BEG-Reform jetzt beendet, teils wurde dies schon umgesetzt (so bei der Förderung Effizienzhausstandard EH 40).

Ähnliche Fehlanreize gab es insgesamt bei der Neubauförderung: Hier wurde zu lange mit hohen Summen ein Gebäudestandard gefördert, der sich längst am Markt durchgesetzt hat, nämlich der KfW-Effizienzhausstandard 55 (EH 55). Dafür flossen 2021 ca. 6 Milliarden Euro Steuergelder, was rund einem Drittel der 2021 insgesamt für die Gebäudeeffizienzförderung verfügbaren Mittel entspricht. Auch diese Fehlanreize werden beendet. Es gilt, die Steuergelder gezielter dort einzusetzen, wo der Klimaschutzeffekt am höchsten ist.

Energieeffizienz Neubau
Im Arbeitsplan Energieeffizienz des Bundeswirtschaftsministeriums gilt das Effizienzhaus 40 Nachhaltigkeit als Neubauförderung. Foto: Holzbauwelt.de

Neuausrichtung der Bundesförderung für effiziente Gebäude

Wichtig ist es daher jetzt, die Förderangebote für Haushalte und Unternehmen, insbesondere die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG), neu auszurichten. So wird der Hauptschwerpunkt der Gebäudeförderung über die KfW-Bank und das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) auf der Sanierung bestehender Häuser und Wohnungen liegen.

Die Sanierungsförderung hat einen besonders hohen Klimaschutzeffekt und hilft, Geld zu sparen. Gerade alte Fenster, alte Außentüren oder alte Heizungsanlagen sind Energiefresser – und damit Kostenfaktoren. Von der Sanierungsförderung können zudem die allermeisten Wohngebäude profitieren. Das Interesse an ihr hat in diesem Jahr angesichts der hohen fossilen Energiepreise deutlich zugenommen. So hat sich die Nachfrage im ersten Quartal dieses Jahres beim BAFA im Vergleich zum Vorjahreszeitraum nahezu verdoppelt (auf ca. 121 000). Diese Dynamik gilt es zu nutzen und zu unterstützen.

Neubauförderung orientiert sich an Klimaschutzkriterien

Die Neubauförderung im Rahmen des BEG wird zudem an klaren Klimaschutzkriterien ausgerichtet. Erste Zwischenschritte sind bereits gegangen. So greift aktuell die zweite Stufe der Neubauförderung – die sogenannte Förderung Effizienzhausstandard 40 Nachhaltigkeit (EH40-NH), die eine Förderung an das Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen (QNG) knüpft.

Ab Januar 2023 folgt dann ein für Neubauten neues Programm „Klimafreundliches Bauen“, das zusammen mit dem Ministerium für Wohnen, Stadtentwicklung und Bauwesen (BMWSB) erarbeitet wird. Künftig soll es über eine Reform des BEG zudem verstärkte Anreize für den Wechsel von fossilen Energieträgern auf Erneuerbare geben (also etwa weg von der Gasheizung hin zur Wärmepumpe) sowie niedrigschwellige Angebote (etwa für die Optimierung bestehender Heizungsanlagen).

Um die Energieeffizienz im Gebäudebestand weiter zu erhöhen, sollen besonders die energetisch schlechtesten Gebäude adressiert werden, da dort das Einsparpotenzial für Energie und Treibhausgasemissionen am größten ist. Die entsprechenden Anpassungen werden mit der BEG-Reform bis zum Sommer umgesetzt.

Programme für Klimaschutzverträge (sog. Carbon Contracts for Difference) gestartet. Klimaschutzverträge sollen die Markteinführung klimafreundlicher Prozesse vor allem in den Grundstoffindustrien ermöglichen, indem Risiken vermindert und Betriebskostendifferenzen zwischen herkömmlichen und klimafreundlichen Verfahren ausgeglichen werden. Bis zum Sommer erarbeitet das BMWK eine Förderrichtlinie, die der Europäischen Kommission anschließend zur Genehmigung vorgelegt wird. Die Klimaschutzverträge sollen dann noch in diesem Jahr als Förderinstrument eingeführt werden. Den kompletten Arbeitsplan Energieeffizienz gibt es hier zum Download.

Mindesteffizienzhausstandard im Neubau ab 2023

Ab nächstem Jahr wird der gesetzliche Mindesteffizienzstandard im Neubau angehoben, und zwar auf die Effizienzklasse EH 55.

Ab dem 1. Januar 2025 wird der Standard noch mal auf EH 40 erhöht. Hierdurch wird der Wärme- und damit der Gasbedarf im Neubau erheblich reduziert. Eine entsprechende Formulierungshilfe für die Novelle des Gebäudeenergiegesetztes wurde in gemeinsamer Federführung vom Bundeswirtschafts- und Bundesbauministerium erarbeitet und am 11. Mai 2022 im Kabinett verabschiedet.

Ziel ist, dass Heizungen sehr rasch noch stärker auf Basis erneuerbarer Energien laufen. Deshalb gilt ab 2024, dass bei jeder neu eingebauten oder ausgetauschten Heizung, mindestens 65 Prozent Erneuerbare Energien zu nutzen sind. Das ist in den allermeisten Fällen durch den Einbau einer Wärmepumpe, von Solarthermie oder Holzpellets möglich. Damit wird der Abschied von der Gasheizung vorangetrieben. Die hierfür notwendige Novelle des Gebäudeenergiegesetzes soll im zweiten Halbjahr vorgelegt werden.

Solardächer sollen zum Standard werden, um die Stromerzeugung aus Sonne schnell zu erhöhen. Dies macht uns unabhängiger von Energieimporten und senkt angesichts der aktuell sehr hohen Börsenstrompreise die Stromkosten für alle. Die große Novelle des EEG führt bereits zu einer deutlichen Verbesserung der Einspeisevergütungen bei Dachanlagen. Auch hier muss eine gesetzliche Verankerung im Gebäudeenergiegesetz erfolgen; das ist für das zweite Halbjahr geplant.

Quelle: Arbeitsplan Energieeffizienz, Bundeswirtschaftsministerium.

Effizienzhaus 40 EE, NH und 40 plus mit neuer KfW-Förderung

Die aktuelle KfW-Neubau-Förderung startet ab dem 20.04.2022 und beinhaltet nur noch Fördermittel für das Effizienzhaus 40 EE, das Effizienzhaus 40 NH und das Effizienzhaus 40 plus. Wer in 2022 ein energiesparendes Haus bauen will, sollte sich ab dem 20. April 2022 sputen, um eine staatliche Hausbau-Förderung der KfW-Bank zu beantragen. Das Effizienzhaus 40 wird – so wie das Effizienzhaus 55 – nicht mehr gefördert.

Für die Neubauförderung steht ein Budget von einer Milliarde Euro zur Verfügung. Es gibt nur noch Kredite mit Tilgungszuschuss, Zuschüsse werden nicht mehr vergeben. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck gab bereits bei der Vorstellung des neuen Programms zu bedenken, dass die Mittel wohl schnell ausgeschöpft sein werden: „Um dennoch möglichst vielen Antragstellern eine Förderung zu ermöglichen, haben wir die Fördersätze reduziert.“

Fördervolumen im Neubau bis 31. Dezember 2022 begrenzt

Falls die eine Milliarde Euro noch dieses Jahr ausgeschöpft werden, soll nach Angaben des Ministeriums die Neubauförderung im Programm Effizienzhaus 40 NH (Nachhaltigkeitsklasse) nahtlos mit anspruchsvolleren Konditionen fortgeführt werden. Das Programm soll dann eine Neubauförderung nur noch in Kombination mit dem Qualitätssiegel für nachhaltiges Bauen ermöglichen. Dieses Programm in der Stufe 2 soll bis zum 31. Dezember 2022 gelten.

Ab 2023 soll es dann ein neues umfassendes Programm „Klimafreundliches Bauen“ geben. Details dazu werden nach Angaben des Ministeriums noch erarbeitet. Allerdings ist schon bekannt geworden, dass vor allem die Treibhausgasemissionen im Lebenszyklus von Gebäuden stärker in den Blick genommen werden sollen.

Der energieeffiziente Hausbau erhält von der KfW- Bank in 2022 Fördermittel für das Effizienzhaus 40 EE, das Effizienzhaus 40 NH und das Effizienzhaus 40 Plus. Foto: KAMPA GmbH

Hausbau-Fördersätze für Effizienzhaus 40 EE, NH und 40 plus

Die Bundesregierung hat die Fördersätze für einzelne Bauprojekte halbiert. Die Gebäudeklasse Effizienzhaus (EH) 40 wird mit zehn Prozent eines maximalen Kreditbetrags von 150.000 Euro bezuschusst. Man erhält also maximal bis zu 15.000 Euro. Für Häuser der EH-40-Nachhaltigkeitsklasse und EH-40 plus Häuser beträgt der neue Zuschuss maximal 12,5 Prozent eines Kreditbetrags von 150.000 Euro, also bis zu 18.750 Euro.

Beantragung Neubauförderung für Effizienzhaus 40 EE, 40 NH und 40 plus

Beantragt wird die Förderung für energieeffizientes Bauen immer vor dem eigentlichen Baubeginn. Um eine Förderung zu erhalten, muss der Neubau die Standards der Effizienzstufe Effizienzhaus 40 EE, 40 NH und 40 plus erreichen. „Dies kann über viele verschiedene Wege erreicht werden und hängt vom Baustil des jeweiligen Hauses ab“, erklärt eine Pressesprecherin der KfW auf Anfrage von tagesschau.de. Darum sei bei jedem Antrag auch die Beurteilung durch einen Energiesachverständigen nötig.

Um zu prüfen, welche Effizienzstufe das eigene Haus erreicht, müssen Bauherren mit einem zertifizierten Energiesachverständigen die einzelnen Daten des Hauses auf der Webseite der KfW eintragen: „Dort wird dann automatisch das Energielevel des Hauses berechnet, und mit einem entsprechenden Dokument erhält man dann die Förderung bei der Bank“, so die KfW-Sprecherin.

Der Neubau muss klimaneutral werden

Mehr als ein Drittel der gesamten Energie in Deutschland wird in Gebäuden verbraucht – vor allem für Heizung, Kühlung und Warmwasser. Das soll sich ändern. Bis 2045 sollen Häuser klimaneutral sein. Um das zu erreichen, unterstützt der Staat das energiesparende Bauen und Sanieren mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“.

Mittelfristig sollen die Anforderungen an die Energieeffizienz der geförderten Maßnahmen deutlich angehoben werden. Ziel der Regierung sei, die Neubauförderung „Zug um Zug auf immer mehr Nachhaltigkeit und Effizienz auszurichten“, so Wirtschaftsminister Habeck.

Eine nachhaltige Bauweise im Neubau und Fertighausbau ist die Holzbauweise, die im Gensatz zu Ziegel und Beton nur sehr wenig Emissionen verursacht. Hier gibt es eine Auswahl an individuellen Holzfertighäusern die mit dem klimaneutralen Baustoff Holz erstellt werden.

Nähere Informationen zu den Förderkonditionen im Neubau für 2022 finden Sie auf der Internetseite der KfW oder auf der Seite des Bundeswirtschaftsministeriums.

Neubauförderung wird dem Klimaschutz angepasst

Die Neubauförderung musste am 24. Januar 2022 ausgesetzt werden. Grund für den Förderstopp war ein Ansturm auf die Effizienzhaus Neubauförderung KfW 55, die laut Beschluss der alten Bundesregierung Ende Januar 2022 auslaufen sollte. Alle bis dahin eingegangenen förderfähigen Anträge werden genehmigt. Die KfW Neubauförderung für das Effizienzhaus 55 wäre eigentlich Ende Januar 2022 ausgelaufen, wie von der Vorgängerregierung im November 2021 angekündigt. Dies hat zu einem solchen Ansturm auf die Förderung geführt, dass nicht mehr genügend Geld aus dem Bundeshaushalt zur Verfügung stand, um die Förderung fortzusetzen.

Für Neubauwillige wird die anspruchsvollere Effizienzhausstufe KfW 40 mit geänderten Bedingungen und mit gedeckeltem Budget von 1 Milliarde Euro bis zum Jahresende 2022 fortgesetzt. Eine Folgelösung wird derzeit erarbeitet. Zu den Details des Förderprogramms laufen derzeit noch Gespräche in den beteiligten Ministerien.

Eines ist jedoch klar, dass der Klimaschutz und eine Vermeidung von CO2-Emissionen bei der Herstellung und dem Betrieb eines Gebäude bei der künftigen Neubauförderung ein bestimmende Voraussetzung sein wird. Dies begünstigt vor allem nachwachsende Baumaterialien und Bauweisen mit Holz, die im Vergleich zu Zement und Beton sehr wenig Emissionen verursachen. Spätestens ab 1. Januar 2023 ersetzt das Programm „Klimafreundliches Bauen“ dann die bisherige Neubauförderung. Auch die KfW Sanierungsförderung soll überarbeitet werden.

Neubauförderung
Die Neubauförderung in 2022 gilt für KfW 40 und ab 2023 wird das Programm „klimafreundliches Bauen“ aufgelegt. Foto: Regnauer Hausbau

Anpassung des Mindeststandards im Neubau

Die Effizienzhausstufe KfW 55 hat sich längst als Standard auf dem Neubaumarkt durchgesetzt und bedarf laut Bündnis 90 / Die Grünen keiner zusätzlichen Förderung mehr. Demzufolge „gibt es viel bessere Effizienzklassen, deren Förderung laut Bündnis 90 / Die Grünen schneller auf den richtigen Klimapfad bringt. Die Vorgängerregierung hat mit der Effizienzhaus 55 Förderung viel zu lange mit vielen Milliarden auf einen Standard mit zu geringen ökologischen Effekten gesetzt. Energiepolitisch hätte sie schon länger abgeschafft werden müssen.“
Die neue Bundesregierung hat entschieden, dass das Effizienzhaus 55 rasch der gesetzliche Mindeststandard im Neubau werden soll. Schon zum 01. Januar 2023 soll er ins Gebäudeenergiegesetz eingeführt werden. Weiterhin ist im Koalitionsvertrag vereinbart, dass die Neubau-Standards ab 2025 an die Effizienzhausstufe KfW 40 angeglichen werden.

Neubauförderprogramm „Klimafreundliches Bauen“ ab 2023

Die Grünen im Bundestag sind überzeugt, dass eine Förderung zukünftig wirksamere Anreize für eine deutlich höhere CO2-Einsparung setzen. Daher wird von der Bundesregierung das Programm „Klimafreundliches Bauen“ als Nachfolge der KfW 55 und der KfW 40-Neubauförderung aufgelegt. Förderbeginn soll spätestens der 1. Januar 2023 sein. Diese zukünftige Förderung soll sich dann an den Treibhausgasemissionen pro m² Wohnfläche orientieren.

Die Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) soll außerdem im Laufe des Jahres 2022 im Hinblick auf die Sanierungsförderung überarbeitet werden, denn das größte CO2-Einsparpotential im Gebäudebereich liegt bei der Sanierung der bestehenden Gebäude. Darüber hinaus wird für den sozialen Wohnungsbau gemeinsam mit den Ländern ein Programm außerhalb der KfW-Förderung aufgelegt, damit auch Menschen mit niedrigen Einkommen in klimafreundlichen Gebäuden leben können.

Olympiasieger Thomas Röhler baut mit KAMPA Fertighaus

KAMPA Fertighaus ist bekannt für seine Plusenergiehäuser und für sein Sponsering-Engagement im Leistungssport. Thomas Röhler ist Leichtathlet und Olympiasieger und Europameister im Speerwerfen. Und er hat mit KAMPA gebaut. Vor zwei Jahren ist Thomas Röhler mit seiner Frau und seinem kleinen Sohn eingezogen. Ein sehr zufriedener und auch stolzer Bauherr in seinen neuem KAMPA-Plusenergiehaus.

Thomas Röhler ist naturbegeistert. Ihn und seine kleine Familie zog es aufs Land in ein Dorf mit gewachsenem Kern. „KAMPA hat mit diesem Haus eine perfekte Verbindung zwischen dörflichem Leben, Nachhaltigkeit und modernem Komfort geschaffen. Unser kleiner Bauerngarten macht uns beim Obst und Gemüse zu Selbstversorgern. Und auch unsere Energie produzieren wir größtenteils selbst dank photovoltaischer Stromversorgung und digitalem Energiemanagement“, schwärmt der Bauherr. Mit seinen knappen 30 Jahren gehört der Bauherr zu der digitalen Generation und ist begeistert, dass er sein Haus digital verfolgen kann – egal ob er zu Hause oder im Trainingslager ist. Stundenaktuell kann er via Smartphone sehen, wie viel Strom sein Haus gerade erzeugt. „Das gibt ein gutes Gefühl. Weil wir unabhängig sind und gleichzeitig die Umwelt schonen“.

Neben zukunftssicherer und energieeffizienter Technik war den Röhlers Nachhaltigkeit und Wohngesundheit bei der Auswahl des Baupartners besonders wichtig. „KAMPA bringt das mit seinen serienmäßigen Plus-Energiehäusern in Holzständerbauweise alles mit!“ Das beste Baumaterial kommt aus der Natur, darum baut KAMPA mit Holz – weil es nachwächst und CO2 bindet sowie die Basis für eine hohe Energieeffizienz darstellt. „Bereits in 23 Sekunden wächst das Holz in der Region nach, welches für den Bau eines KAMPA Hauses benötigt wird“, erinnert sich Thomas Röhler.

Kampa Fertighaus
Ein KAMPA Fertighaus in Holzständerbauweise als modernes Eigenheim für einen erfolgreichen Sportler als Familienort. Foto KAMPA GmbH.

Ein Haus voller guter Ideen

Das ist natürlich besonders wichtig, da die schicke weiße Inselküche mit 90-Zentimeter-Kochfeld und der sich offen daran anschließende große Wohn- und Essbereich Zentrum des Röhlerschen Familienlebens ist. „Hier ist ein kommunikativer Bereich entstanden, wo Begegnungen passieren, wo gekocht, geredet und ausgeruht wird, während der Kleine gleich daneben auf dem Teppich spielt. Unser Haus schafft den Freiraum dafür“, schwärmt der Bauherr. Dem kommt auch der praktische Hauswirtschaftsraum entgegen, der sich gleich hinter einem unauffälligen Wanddurchbruch gleich neben der Küchenzeile anschließt. So gibt’s auch bei größeren Gästerunden kein Problem mit Küchenchaos. Die geräumige Diele, ein etwa gleich großes Homeoffice und das Gäste-WC vervollständigen das Raumprogramm im Erdgeschoss.

Das Dachgeschoss verfügt dank seines Kniestocks von 160 Zentimetern über gut möblierbare, vollwertige Räume. Die bieten darüber hinaus firsthoch ausgebaut – wichtig bei einem Bauherrn von stattlichen 1,91 Metern Körpergröße – eine geradezu luxuriöse Kopffreiheit. Dem Elternbereich mit offener Ankleide und den beiden Kinderzimmern sind praktischerweise zwei getrennte Trakte zugewiesen. Diese verbindet das geschickt in Funktionszonen aufgeteilte Familienbad.

Spannende Bauphase

„Schon die Bemusterung hat richtig Spaß gemacht“, erinnert sich Thomas Röhler. „Wir haben im Haus nicht nur viele eigene Ideen verwirklichen können. Die kreative Beratung von KAMPA hat auch zu Lösungen geführt, auf die wir selbst nie gekommen wären“, lobt der Bauherr.„Superspannend war natürlich der Aufbau selbst: wo vorher nur eine tiefe Baugrube war, stand nach nur drei Tagen plötzlich unser Haus. Aber auch danach waren wir so oft wie möglich auf der Baustelle. Wir haben uns wirklich gut aufgehoben gefühlt als Bauherren. Auf alle Fragen gab es kompetente Antworten. Und Vertrauen ist schließlich das Wichtigste beim Bauen.“

Kampa Fertighaus
Mit einem KAMPA Fertighaus mit Effizienzhausstufe KfW 40 plus schaffte sich Olympiasieger Thomas Röhler den notwendigen gemütlichen Rückzugsort. Foto KAMPA GmbH.

Heute sind die Röhlers überglücklich und zufrieden. Bauherr Thomas Röhler: „Was hier entstanden ist, ist viel mehr als nur ein Haus. Es ist unser gemeinsamer Rückzugsort. Es fühlt sich gut an, mit KAMPA gebaut zu haben. Wer energieeffizient und nachhaltig bauen will, der sollte einfach zu KAMPA gehen!“

Die Plus-Energiehäuser von KAMPA

Tatsächlich verbindet sich im Haus der Röhlers wie in allen KAMPA Häusern traditionelles Handwerk mit innovativer Technik. Der mehrschalige, optimal aufeinander abgestimmte Wandaufbau steht für höchste Energieeffizienz. Er setzt konsequent auf ökologische Baustoffe. Sämtliche KAMPA Häuser werden als Effizienzhaus-40-Plus Häuser geplant und gebaut. Sie verbrauchen also weniger Energie für Heizung, Lüftung, Warmwasser, Haushaltsgeräte und Beleuchtung, als die Photovoltaikanlage pro Jahr regenerativ und nachhaltig erzeugt. Und sie optimieren den Eigenverbrauchsanteil des selbst produzierten Stroms mit einem Lithium-Ionen-Akku. Das ist nicht nur ein wichtiger Faktor bei den monatlichen Kosten, sondern ein entscheidendes Kriterium in der aktuellen Klimasituation. Außerdem sichert dieser Baustandard jedem KAMPA-Haus die maximale staatliche Förderung. Weitere Haustypen von KAMPA Fertighaus finden Sie hier.

Klimaschutz und Klimaneutralität beim Hausbau

Das Thema Klimaschutz ist beim Erhalt und der Nutzung von Gebäuden in besonderer verbunden. Auf der einen Seite bieten Gebäude die materielle Grundlage für die gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklung von uns Menschen. Aauf der anderen Seite steht der dafür notwendige Aufwand der Ressourceninanspruchnahme und der Erzeugung von klimaschädlichen CO2-Emissionen bei der Herstellung von Baustoffen.

Gerade die Ressourcenverwendung von Beton/Stahlbeton/Ziegel beim Bauen hat Auswirkungen auf die lokale und globale Umwelt hinsichtlich der erzeugten Treibhausgasemissionen bei deren Produktion, die zur globalen Erwärmung beitragen. Gleichzeitig sind die Gebäude und baulichen Anlagen sowie insbesondere ihre Besitzer und Nutzer mit den Folgen und Risiken des bereits einsetzenden Klimawandels konfrontiert.

Vermeidung von Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich ist Klimaschutz

Wissenschaft und Politik haben in diesem Zusammenhang den Bau- und Gebäudebereich als ein Handlungsfeld identifiziert, das zur Emissionsminderung beitragen kann. Dieses Handlungsfeld kann daher aus den Perspektiven der Verursachung von Treibhausgasemission im Lebenszyklus, der Betroffenheit von Folgen des Klimawandels und der Lösungsbeiträge zum Klimaschutz gesehen werden.

Gerade der öffentlichen Hand fällt hier eine besondere Vorbildrolle und Verantwortung zu – als Bauherr, Nutzer oder Förderer bzw. Gesetzgeber. Die Diskussion zu Fragen des Klimaschutzes im Bau- und Gebäudebereich hat sich noch einmal beschleunigt und intensiviert. Das Ziel, in Deutschland im Jahr 2045 die Klimaneutralität zu erreichen, stellt die am Bau direkt und indirekt Beteiligten vor die Aufgabe, ihre Anstrengungen zu verstärken und angedachte Lösungen vorzuziehen.

Klimaschutz Klimaneutralität
Gerade die Verwendung von co2-intensiven Baustoffen (Beton/Stahlbeton/Ziegel) muss sich am Klimaschutz und der Klimaneutralität messen lassen: Foto Holzbauwelt.de

Die Landesregierung von Baden-Württemberg will mehr Holzbau bei öffentlichen Bauten einplanen und startete mit der Holzbau-Offensive. Der Berliner Senat bekannte sich zum Baustoff Holz als klimaneutralen Baustoff zur Entwicklung des früheren Flughafengeländes Berlin-Tegel zu einem Vorzeigeprojekt für nachhaltige Stadtentwicklung.

Neubau von Gebäuden muss jetzt schon klimaneutral sein

Neubauvorhaben, die sich aktuell in Planung und Realisierung befinden, werden 2045 nahezu unverändert Teile des Gebäudebestands bilden. Dies muss bei aktuellen Anforderungen an Neubauaufgaben berücksichtigt werden.

Das Erreichen von Klimaneutralität ist jedoch nicht die Frage des Zeitpunkts, sondern des noch verbleibenden Budgets an Treibhausgasemissionen. Wird dieses schneller aufgebraucht muss das Ziel der Vermeidung bzw. des Ausgleichs von Treibhausgasemission auch im Bau-und Gebäudebereich noch schneller als bisher angedacht, erreicht werden.

Treibhausgasemissionen, die aktuell bei der Herstellung von Bauprodukten und bei Transport- und Bauprozessen entstehen, gehen sofort zu Lasten des noch verbleibenden Budgets für noch mögliche Emissionen, das sich an der Begrenzung der globalen Erwärmung und damit an den planetaren Grenzen orientiert. Aktuelle Planungs- und Investitionsentscheidungen stellen zugleich die Weichen für die Treibhausgasemissionen in Folge Betrieb und Nutzung, Erhalt sowie Rückbau, Aufbereitung und Entsorgung und damit für die kommenden Jahre und Jahrzehnte.

Klimaschutz Klimaneutralität
Die Energieeffizienz ist neben dem Klimaschutz und der Klimaneutralität mit die wichtigste Größe beim Hausbau. Foto Holzbauwelt.de

Lösungsansätze bietet der Baustoff Holz zur Klimaneutralität

Die wesentlichen Elemente eines energieeffizienten Gebäudes sind Dämmung, Fenster, Heizung und Lüftung. Wenn diese vier Komponenten professionell eingebaut und aufeinander abgestimmt sind, ist das Gebäude energieeffizient. Ein Lösungsansatz zur Erfüllung des Klimaschutzes und der Erreichung von Klimaneutralität ist die Realisierung von Gebäuden, die keine negativen Auswirkungen auf das Klima verursachen.

Jeder Kubikmeter verbautes Holz bindet langfristig 1 Tonne CO2. Dazu kommt, dass Holz andere Baustoffe wie Ziegel, Beton oder Stahl ersetzt. Diese sind im Gegensatz zu Holz in der Herstellung CO2-intensiv.

Der moderne Holzbau leistet bereits heute seinen Beitrag zum Klimaschutz, da der Rohstoff Holz nachwachsend ist, wenig sogenannte „graue Energie“ bei der Herstellung verbraucht und für die Ziele der Klimaneutralität der ideale Baustoff ist. Wer ein Haus in Holzbauweise baut, trägt also positiv zur CO2-Bilanz bei.

Quellen: bund.de, holzbauwelt.de

KfW-Förderung Neubau 2022

Das Effizienzhaus 40 (EE/NH/Plus) ist der neue Energiestandard beim Neubau von Wohngebäuden, der eine Förderung durch die KfW-Bank erfährt. Ab Februar 2022 erhalten überraschend Neubauten mit KfW-55-Standard keine Förderung mehr. Dies gilt gleichermaßen für Wohn- und Nichtwohngebäude. Gefördert werden nur noch Gebäude ab dem KfW 40-Standard.

Der KfW-Effizienzhausstandard dient als Orientierungsmaßstab für die Energieffizienz von Gebäuden. Für den höchsten Standard (KfW 40 PLUS) können bis zu 37.500 € Förderung pro Wohneinheit in Anspruch genommen werden. Dies sind knapp 20.000 € mehr im Vergleich zum KfW 55-Standard. Dieser Förderung stehen jedoch höhere Investitionen für Wärmedämmung, Lüftung, PV-Erzeugung und Speicherung gegenüber.

Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) – Neubau Wohngebäude

Im Auftrag des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie (BMWi) übernimmt die KfW die Finanzierung besonders effizienter Neubauten oder der energetischen Sanierung von Wohngebäuden als Effizienzhaus zur Verbesserung der Energieeffizienz inklusive einer energetischen Fachplanung und Baubegleitung. Gültig ab 21.10.2021(Antragseingang bei der KfW)

Antragsteller(vergleiche Ziffer 6 „Förderempfänger“ in der Richtlinie BEG WG) für die KfW-Förderung sind:

  • Privatpersonen und Wohnungseigentümergemeinschaften•Freiberuflich Tätige
  • Körperschaften und Anstalten des öffentlichen Rechts, zum Beispiel Kammern oder Verbände
  • Gemeinnützige Organisationen einschließlich Kirchen
  • Unternehmen, einschließlich Einzelunternehmer und kommunale Unternehmen
  • Sonstige juristische Personen des Privatrechts, einschließlich Wohnungsbaugenossenschaften.
  • Die Antragsberechtigung gilt für Eigentümer, Pächter oder Mieter des Grundstücks, Grundstücksteils, Gebäudes oder Gebäudeteils, auf oder in dem die Maßnahme umgesetzt werden soll, sowie Contractoren.

Förderfähige Maßnahmen (vergleiche Ziffer 5 „Gegenstand der Förderung“ in der Richtlinie BEG WG) sind:

Förderfähig sind ausschließlich Wohngebäude, die nach Fertigstellung beziehungsweise Umsetzung aller Maßnahmen unter den Anwendungsbereich des aktuell gültigen Gebäudeenergiegesetzes (GEG) fallen. Für die Förderung sind die Anforderungen des geltenden GEG einzuhalten, solange in der Richtlinie und deren technischen Mindestanforderungen (TMA) nichts anderes geregelt ist. Die Förderung erfolgt gemäß der Richtlinie und deren TMA.

KfW-Förderung Neubau
KfW-Förderung Neubau ab 01.02.2022 für das Plus-Energie_Haus. Foto: KAMPA Fertighaus

Energieeffizienzhaus-Stufen und KfW-Förderung ab 01.02.2022

Die bisherige KfW 55-Förderung entfällt zum 31. Januar 2022. Dagegen gilt ab 1. Februar 2022 ausschließlich das Effizienzhaus 40 (EE/NH/Plus) als förderwürdig im Sinne der Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (GEG).

Energiestandards Neubau im Vergleich

GEG

EH 70

EH 55

EH 40

EH 40 EE

EH 40 NH

Primärenergiebedarf                            (kWh/m²)

44

41

32,2

23,4

23,4

23,4

spezifischer Transmissionsverlust       (W/m²K)

0,44

0,37

0,31

0,24

0,24

0,24

Erneuerbarer Anteil

Heizenergie                                            %

0

0

0

0

55

55

BEG-Förderung Neubau                 Euro / WE

0

0

18.000 *

24.000

33.750

37.500

Legende: WE = Wohneinheit, EH = Effizienzhaus, * = EH 55 Förderung Neubau nur bis 31.01.2022.

Die EffizienzhausStufen 40 Plus, 40 und 55: Die unterschiedlichen Zahlenwerte geben an, wie energieeffizient ein Gebäude im Vergleich zu einem Referenzgebäude ist. Dabei gilt: Je niedriger die Zahl, desto höher die Energieeffizienz und umso höher die Förderung.

KfW-Förderung Neubau
Die höchste KfW-Förderung im Neubau erhält das sogenannte Plus-Energie-Haus. Foto: KAMPA Fertighaus

Zusammenfassung der KfW-Förderung beim Neubau für ein Effizienzhaus

Als investive Maßnahmen werden die Errichtung (Neubau) und der Ersterwerb neu errichteter energieeffizienter Wohngebäude gefördert, die den energetischen Standard eines Effizienzhauses für Neubauten erreichen.

Folgende Effizienzhaus-Stufen werden gefördert:

  • Effizienzhaus 55, Förderung nur bis 31.01.2021!
  • Effizienzhaus 40, 40 EE (Erneuerbare Energien) oder 40 NH (Nachhaltigkeit), KfW-Förderung ab 01.02.2022
  • Effizienzhaus 40 Plus, KfW-Förderung ab 01.02.2022

Eine „Effizienzhaus EE“-Klasse wird erreicht, wenn erneuerbare Energien und/oder unvermeidbare Abwärme einen Anteil von mindestens 55 Prozent des für die Wärme-und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen. Voraussetzung ist, dass der auf erneuerbaren Energien basierende Wärme-oder Kälteerzeuger bzw. das Wärme-oder Gebäudenetz als Bestandteil des geförderten Neubaus zur Effizienzhaus-EE-Klasse erstmals eingebaut bzw. erstmals angeschlossen wird und bei An-und Ausbauten zuvor kein solcher Wärmeerzeuger im Gebäude vorhanden war.

Eine „Effizienzhaus NH“-Klasse wird erreicht, wenn für ein Effizienzhaus ein Nachhaltigkeitszertifikat ausgestellt wird, das die Übereinstimmung der Maßnahme mit den Anforderungen des Qualitätssiegels „Nachhaltiges Gebäude“ bestätigt. Eine Kombination von EE-Klasse und NH-Klasse ist nicht möglich.

Eine „Effizienzhaus 40 Plus“-Stufe wird erreicht, wenn gemäß den Technischen Mindestanforderungen gebäudenahe Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien installiert werden. Diese müssen nicht Bestandteil der BEG-Förderung sein.

Holzhaus- und Fertighaus-Hersteller für das Effizienzhaus 40 (EE/NH/Plus) finden Sie auf dem Portal Holzbauwelt.de.

KfW 40 (EE/NH/plus) alleinige KfW-Förderung im Hausbau

Wer ab 1. Februar 2022 bauen möchte, erhält für den Hausbau nur noch die erhöhte Förderung für das Effizienzhaus KfW 40 (EE/NH/plus). Die bisherige Effizienzhaus 55 Förderung der KfW (KfW Bankengruppe) läuft zum 31.01.2022 ab. Die gute Botschaft vorneweg: Die Neubauförderung der KfW (KfW Bankengruppe) wird fortgesetzt mit der höheren Effizienklasse im Neubau dem Effizienzhaus 40 (EE/NH/plus).

Die beschlossenen Maßnahmen der Bundesregierung für den Gebäudesektor beinhalten sowohl eine Erhöhung der Fördermittel für die BEG (Bundesförderung für Effiziente Gebäude) als auch ein Anheben der Neubaustandards in 2022.

Die Gebäudeförderung in 2021 liegt auf einem Rekordniveau. Von Januar bis Ende September 2021 sind 12 Milliarden Euro von BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle) und KfW (KfW Bankengruppe) bewilligt worden, davon rund 5,8 Milliarden Euro für den Neubau und 6,2 Milliarden Euro für Sanierungen.

Die Bundesregierung hat angesichts der hohen Nachfrage, und um bei der Reduzierung der Treibhausgasemissionen im Gebäudebereich weiter voranzukommen, am 22.09.2021 im Sofortprogramm 2022 die für die Gebäudeförderung zur Verfügung stehenden Mittel nochmal um 11,5 Milliarden Euro erhöht. Bis Ende 2021 können daher Mittel in Höhe von 18 Milliarden Euro bewilligt werden. Auch das ist ein Rekordwert.

Fördermitteleinsatz für mehr Klimaschutz im Neubau und bei der Gebäudesanierung

Gleichzeitig hat sich die Bundesregierung im Sofortprogramm 2022 dafür ausgesprochen, die bestehende Fördersystematik der BEG mit Blick auf die Fördereffizienz hin zu überprüfen und anzupassen. Dies bedeutet, dass vorhandene Fördermittel noch stärker dort eingesetzt werden sollen, wo die Treibhausgas-Minderungen zur Erreichung der Sektorziele und der Beitrag zur Emissionsminderung am höchsten ist. Das ist vor allem im Bereich der Gebäudesanierungen der Fall. Hier besteht der größte Nachholbedarf und das größte Einsparpotenzial. Auch die Neubauförderung wird konsequent fortgesetzt, denn hier wird nur ein Baustein der Neubauförderung eingestellt, nämlich die Förderung für das Effizienzhaus/Effizienzgebäude 55.

KfW-Förderung für das Effizienzhaus 40 (EE/NH/plus) im Neubau ab 1. Februar 2022

Das Effizienzhaus/Effizienzgebäude 40 im Neubau ist von der Förderanpassung nicht betroffen und wird weiterhin unverändert fortgesetzt. Hiermit soll zugleich ein Anreiz gesetzt werden, im Neubau höhere Effizienzstandards umzusetzen und damit wiederum einen höheren Beitrag zur Erreichung der Klimaziele zu leisten.

Das Ziel der BEG ist es, Anreize für Investitionen in höhere Effizienz und CO2-Einsparungen zu setzen, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Dies gilt auch für die Schaffung neuen Wohnraumes.

Die Entwicklung der Förderzahlen und des Marktes zeigen, dass sich das Effizienzhaus / Effizienzgebäude 55 – auch dank der umfassenden Förderung – als Effizienzstandard weitgehend durchgesetzt hat. Die nächsthöhere Effizienzhaus/Effizienzgebäude-Stufe im Neubau (Effizienzhaus/Effizienzgebäude 40) als anreizstarke Förderung mit bis zu 25 Prozent (Tilgungs-) Zuschussförderung ist von der Förderanpassung nicht betroffen.

KfW 40 EE / NH / plus
Die alleinige Förderung ab 1. Februar 2022 für die Effiziezienhaus-Stufen 40 EE / NH / plus der KfW beim Neubau eines Hauses. Foto: Holzbauwelt.de

Voraussetzungen für das KfW 40 EE / NH / plus Effizienzhaus

Bei allen Gebäuden wird der Einsatz von erneuerbaren Energien (EE-Klasse) sowie die Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten (NH-Klasse) prämiert. Die neue EE-Klasse wird erreicht, wenn mindestens 55 Prozent der Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes aus erneuerbaren Energien stammt. Gebäude mit einem Nachhaltigkeitszertifikat werden in die NH-Klasse eingeordnet. Wird die EE– oder NH-Klasse bei einem Neubau erreicht, erhöht sich die Förderung um 2,5 Prozent.

Eine Kombination von EE– und NH-Klasse ist nicht möglich. Die Effizienzhaus 40 Plus-Stufe bei Neubauten wird erreicht, wenn gebäudenahe Anlagen zur Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien installiert werden.

Die Höhe der förderfähigen Kosten beträgt bis zu 120.000 Euro je Wohneinheit. Für das Effizienzhaus 40 Plus sowie für alle Effizienzhäuser mit EE– oder NH-Klasse beträgt die Höchstgrenze der förderfähigen Kosten bis zu 150.000 Euro je Wohneinheit. Die Laufzeit des Kredits beträgt bis zu 30 Jahre, der maximale Tilgungszuschuss beläuft sich auf 50 Prozent der Kreditsumme (max. 75.000 Euro). Auch Umfeldmaßnahmen, wie zum Beispiel das Freiräumen des Grundstücks, werden mitgefördert.

Übersicht KfW-Förderung und Effizienzhaus-Stufen beim Neubau von Wohngebäuden

KfW-Förderung Neubau Wohngebäude
Effizienzhaus-StufeFördersatz Tilgungs- / InvestitionszuschussMax. ZuschussbetragMax. Kredithöhe
Effizienzhaus 40 Plus25 %37.000 Euro150.000 Euro
Effizienzhaus 4020 %24.000 Euro120.000 Euro
Effizienzhaus 40 EE oder 40 NH22,5 %33.750 Euro150.000 Euro
Effizienzhaus 55 (bis 31.01.2022)15 %18.000 Euro120.000 Euro
Effizienzhaus 55 EE oder 55 NH (bis 31.01.2022)17,5 %26.250 Euro150.000 Euro

 

KfW 40 EE NH plus
Ab 1. Februar 2022 gilt die erhöhte Förderung der KfW im Hausbau für die Effizienzhaus-Stufen 40 EE NH plus. Foto: Holzbauwelt.de

Antragsfrist für Effizienzhaus-55-Förderung endet am 31. Januar 2022

Für das Effizienzhaus/Effizienzgebäude 55 werden bestehende Anträge natürlich weiterhin bewilligt. Zudem gilt eine Übergangsfrist, vollständige Anträge für das Effizienzhaus/Effizienzgebäude 55 im Neubau können noch bis zum 31.01.2022 gestellt werden. Maßgeblich hierfür ist das Datum der Antragstellung. Zinsreservierungen stellen keinen Antrag dar.

Die übrigen Fördertatbestände der KfW laufen weiter wie bisher. Eine Auswahl der von der KfW weiterhin geförderten Holzfertighäuser im Neubau erhalten Sie über  den Link auf die Anbieterseite Holzhäuser der Holzbauwelt.