Das Einfamilienhaus als Reihenhaus oder Doppelhaus?

Viele Deutsche träumen nach wie vor vom Einfamilienhaus als eigenes Zuhause im Grünen, wie eine Studie der Bausparkasse Schwäbisch Hall mit dem Marktforschungsinstitut infas ergab. Mehr als die Hälfte der Immobilieninteressenten die aktuell eine Immobilie kaufen oder bauen wollen, denken bei ihren Planungen an ein Einfamilienhaus. Die anhaltende Diskussion um den Bau von Einfamilienhäusern wegen des Flächenverbrauchs verunsichert jedoch Bauwillige.

Das Einfamilienhaus als ganz persönlicher Ort

Das Einfamilienhaus ist aber längst nicht mehr unumstritten, schließlich verbraucht es verhältnismäßig viel Fläche, Baustoffe und Energie. Ist diese Wohnform mit Blick auf den Klimawandel noch zeitgemäß? Doch warum ist das Einfamilienhaus als Eigenheim eigentlich so attraktiv? „Die niedrigen Zinsen und verschiedene staatliche Förderungen machen das eigene Haus auch wirtschaftlich lukrativ “, erklärt Schwäbisch Hall-Immobilienexperte Oliver Adler. „Hinzu kommt die Sicherheit vor Mieterhöhungen oder Kündigungen, gerade im Alter.“

Einfamilinehaus Plusenergiehaus
Das Einfamilienhaus als Plus-Energie-Haus erhält die höchste Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Der größte Vorteil der eigenen vier Wände ist, dass Sie darin mietfrei wohnen können. Denn: Im Gegensatz zu Mietzahlungen fließen die Kreditraten für Ihr Haus in den eigenen Vermögensaufbau und damit auch in Ihre Altersvorsorge, so der Heimatexperte. Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes beträgt die durchschnittliche Mietersparnis für Rentner-Haushalte fast 700 Euro im Monat. Durch diese finanzielle Entlastung schützen Sie sich vor Altersarmut.

Das Einfamilienhaus ist gerade für junge Familien attraktiv

Paare mit Kindern haben ihr Leben vor sich. Nach der Familiengründung und einem guten Beruf interessieren sich viele junge Familien nach einem eigenen Zuhause. Hier können die Wohnwünsche individuell im eigenen Haus verwirklicht werden. Deshalb ist das Einfamilienhaus nach wie vor so attraktiv für junge Familien mit Kindern. Selbst wenn die Kinder später mal ausgezogen sind, können die Eltern das Haus altersgerecht umbauen. Zum Beispiel in mehrere Wohneinheiten aufteilen, verkaufen oder vererben. Auch solche Zukunftspläne sollten Sie als angehender Immobilienbesitzer in Ihre Entscheidung einfließen lassen.

Das Einfamilienhaus als Vorsorge für die Zukunft

Einfamilienhäuser lassen sich heute flächen- und ressourcenschonend bauen, zum Beispiel als Doppelhäuser oder Reihenhäuser. Das Einfamilienhaus in effizienter Holzständer- oder Holzrahmenbauweise sorgt für eine klimafreundliche Bauweise durch den nachwachsenden Rohstoff Holz. Holzhäuser haben eine hohen Wohnwert und eine lange Lebensdauer. Wohnlösungen können im späteren Alter angepasst werden. Auch wenn ein Haus im Schnitt einen größeren Flächenverbrauch hat als eine Wohnung ist der ökologische Mehrwert eines durchschnittlichen Hausgartens bei der Artenvielfalt gegenüber einer Ackerfläche mit Monokultur unbestritten.

Fazit: Ökologisches Bauen mit nachwachsenden Rohstoffen verringert den persönlichen CO2-Fußabdruck. Durch die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) ab 01.07.2021 gibt es höhere Zuschüsse von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für energieeffiziente Bauweisen mit erneuerbaren Energien. Lassen Sie sich von den mittelständischen Holzfertighaus-Herstellern informieren.

Neu: Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Mit der „Bundesförderung für effiziente Gebäude“ (BEG) wird die energetische Gebäudeförderung in Umsetzung des Klimaschutzprogramms 2030 neu aufgestellt und weiterentwickelt. Mit der BEG werden künftig noch stärkere Anreize für Investitionen in Energieeffizienz und erneuerbare Energien gesetzt werden. Die neue Bundesförderung BEG ist ein entscheidender Beitrag zur Erreichung der Energie- und Klimaziele bis 2030 im Gebäudesektor.

Die Förderung von Energieeffizienz und erneuerbaren Energien wird mit der BEG erstmals unter einem Dach zusammengeführt. Mit der BEG ersetzt ein einziges Förderprogramm vier bisher bestehende Förderprogramme:

1. CO2-Gebäudesanierungsprogramm (bisher KfW-Förderprogramm „Energieeffizient Bauen und Sanieren“).
2. Das Marktanreizprogramm (bisher BAFA-Förderprogramm „Heizen mit erneuerbaren Energien“).
3. Das Anreizprogramm „Energieeffizienz“.
4. Das Heizungsoptimierungsprogramm.

Bei Neubauten und Komplettsanierungen wird der Einsatz erneuerbarer Energien zukünftig noch stärker prämiert. Gleichzeitig wird es neue, attraktive Förderangebote für ambitionierte Sanierungen und Neubauten geben. Vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMI) anerkannte Nachhaltigkeitszertifikate werden künftig in der Förderung erstmals berücksichtigt.

Für Bürgerinnen und Bürger bietet die BEG zukünftig mehr Flexibilität. Fördertatbestände werden sowohl als Zuschuss- als auch als Kreditförderung angeboten, um den jeweiligen individuellen Bedürfnissen bestmöglich zu entsprechen. Zugleich wird mit der BEG die Förderung übersichtlicher und einfacher zu beantragen (direkt bei der KfW oder mittelbar über die Hausbank).

Die BEG enthält folgende Neuerungen beim Hausbau von Häusern

Vereinfachte Beantragung sämtliche Förderangebote (Energieeffizienz, erneuerbare Energien, Fachplanung und Baubegleitung) mit einem einzigen Antrag für die BEG. Förderbedingungen für Wohn- und Nichtwohngebäude werden angeglichen. Jeder Fördertatbestand wird sowohl als Zuschuss- wie auch als Kreditförderung angeboten (bislang teilweise Zuschuss oder teilweise Kreditförderung).

Integration von Erneuerbaren Energien und Energieeffizienz beim Neubau von Gebäuden. Im Neubau werden sogenannte EE-Klassen, zum Beispiel „Effizienzhaus 55 EE“ für den Einsatz von erneuerbaren Energien beim Hausbau eingeführt und die Förderquote angehoben. Eine „Effizienzhaus EE“-Klasse kann beim Neubau als auch bei einer Altbausanierung erreicht werden, wenn erneuerbare Energien einen Anteil von mindestens 55 Prozent des für die Wärme- und Kälteversorgung des Gebäudes erforderlichen Energiebedarfs erbringen (z. B. Solarthermie oder Erdwärme).

Neubau Förderung BEG
Hausbau mit erneuerbarer Energie wird stärker gefördert.

Digitalisierung und Zukunftstechnologien zur Verbrauchsoptimierung (z. B. Efficiency Smart Home) werden erstmals eigenständig förderfähig. Damit wird die Betriebsphase von Gebäuden stärker berücksichtigt.

Nachhaltiges Bauen bei Neubauten mit einer Nachhaltigkeitszertifizierung (Zertifikat mit Qualitätssiegel „Nachhaltig Bauen“ des BMI) erhalten als sogenanne NH-Klassen (z. B. „Effizienzhaus 55 NH“) eine erhöhte Förderung. Entsprechend der EE-Klassen (NH- und EE-Klassen sind aber nicht kombinierbar); wird der Lebenszyklusansatz des Nachhaltigen Bauens stärker berücksichtigt.

Auskunft über die neuen EE-Klassen als förderfähige Energiestandards beim Hausbau geben sowohl die Energieberater als auch die Holzhaus-Hersteller auf Holzbauwelt.de. Die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) wird Details und Förderbestimmungen im April 2021 dazu veröffentlichen und zwar auf folgender KfW-Seite. Starttermin für das BEG ist der 01.07.2021. Beim Hausbau gilt derzeit noch die bisherige KfW-Förderung.

Beispiel Förderung Neubau
Förderbeispiel Neubau nach BEG ab 01.07.2021.

Wann muss der Antrag bei der KfW für einen Neubau nach der BEG gestellt werden?

Die neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet zum 01.07.2021. Den Förderkredit „Energieeffizient Bauen (153)“ können Sie noch bis zum 30.06.2021 bei der KfW beantragen. Ab dem 01.07.2021 können Sie einen Antrag auf die neuen Förderkredite und Zuschüsse der BEG stellen. Die KfW setzt auf die Energieeffizienz von Häuser.

Plusenergiehäuser für den Neubau plus eine weitere Zusammenfassung für die Bundesförderung für effiziente Gebäude finden sie auf dem Portal Holzbauwelt.de.

Energiesparende Häuser setzen auf Energieeffizienz

Energieeffizienz ist das Schlagwort beim Hausbau. Wer ein Haus bauen will, wird mit vielen Begriffen konfrontiert. Was ist ein Effizienzhaus? Ist es besser als ein Nullenergiehaus? Wieviel Energie verbraucht ein Passivhaus? Gibt es bereits energieautarke Häuser? Und welche Vorteile bietet ein Plusenergiehaus? Ein Überblick der aktuellen Baustandards in Sachen Energieeffizienz.

Das Nullenergiehaus produziert so viel Energie, wie es selbst verbraucht. Möglich ist das zum Beispiel durch eine eigene Photovoltaik- oder Solarthermieanlage. „Entscheidend dabei ist die Jahresbilanz, nicht jeder einzelne Tag“, erklärt der Experte Christian Stolte von der Deutschen Energie-Agentur (dena). Daher sind Nullenergiehäuser an das Stromnetz angeschlossen, denn sie brauchen darüber hinaus noch Energie in schlechten Zeiten, in denen die Produktion aus der eigenen Photovoltaikanlage nicht ausreicht.

Die Energieeffizienz eines Plusenergiehauses

Ein Plusenergiehaus produziert über das Jahr gesehen mehr Energie, als seine Bewohner benötigen. „Entscheidend ist eine sehr gut gedämmte Gebäudehülle“, erklärt Stolte. Damit lassen sich Wärmeverluste reduzieren. In einem Plusenergiehaus wird der Energiebedarf komplett aus regenerativen Energien gedeckt. „Plusenergiehäuser sind unterschiedlich effizient, es gibt keinen einheitlichen Standard. Energieautark sind sie nicht automatisch“, betont Stolte. Auch diese Gebäude brauchen in schlechten Zeiten noch Energie aus dem Netz.

Die Energieeffizienz von Passivhäusern

Das Passivhaus hat mit 15 Kilowattstunden pro Quadratmeter den niedrigsten Heizwärmebedarf aller Haustypen. „Hier liegt der Fokus auf dem sehr sparsamen Verbrauch“, erläutert Georg Dasch, Vorsitzender des Sonnenhaus-Instituts in Straubing. Passivhäuser nutzen nicht die klassische Heizung, sondern passive Wärmequellen wie die Sonneneinstrahlung und die Körperwärme von Personen. Bei höherem Energiebedarf in der kalten Jahreszeit müssen auch Passivhäuser zusätzliche Energie von außen beziehen.

Das energieautarke Haus sorgt für höchste Energieeffizienz

„Energieautark ist ein Haus, wenn es wirklich mit der Energie auskommt, die es selbst erzeugt, und zwar an jedem Tag des Jahres“, erklärt Dasch. Hier liegt der Fokus auf einem geringen Verbrauch und einer effizienten Energieerzeugung, so dass möglichst keine oder nur wenig Energie von außen bezogen werden muss. Kernstück dabei ist die Verknüpfung von Solarthermie und Photovoltaik. Die vollständige Unabhängigkeit von externen Energiequellen ist aber nicht für jeden Bauherren machbar. Oft geben die Lage der Immobilie, Dachneigung und Sonneneinstrahlung das einfach nicht her. Mit dem überschüssigen Strom, den das Gebäude erwirtschaftet, kann ein Elektro-Auto geladen werden und durch vorhandene Energiespeicher im Gebäude der Stromüberschuss eingelagert werden. Die neue Bundesförderung für energieeffiziente Gebäude (BEG) startet zum 01.07.2021.

Wie Deutschland bis 2050 klimaneutral wird

Deutschland soll nach Verabschiedung des Klimschutzgesetzes bis 2050 klimaneutral werden. Die von Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut erstellte Studie „Klimaneutrales Deutschland“ zeigt erstmals, wie Deutschland dieses Ziel erreichen kann. Klimaneutral bedeutet dabei, dass die Treibhausgasemissionen in allen Bereichen vollständig oder fast vollständig vermieden werden.

Eine Reduktion der Treibhausgase in Deutschland bis zum Jahr 2030 um 65 Prozent und Klimaneutralität bis 2050 sind machbar und technisch umsetzbar. Dies zeigt die Studie „Klimaneutrales Deutschland“ auf, deren Ergebnisse jetzt vorgestellt wurden. Darin haben Prognos, Öko-Institut und Wuppertal Institut im Auftrag von Agora Energiewende und Agora Verkehrswende sowie der Stiftung Klimaneutralität in verschiedenen Szenarien untersucht, mit welchen konkreten Maßnahmen Deutschland bis zum Jahr 2050 seine Treibhausgasemissionen auf null senken kann.

Gebäudesektor soll bis 2050 klimaneutral werden

Im Gebäudesektor entstehen die Emissionen hauptsächlich bei der Erzeugung von Raumwärme und Warmwasser. In den betrachteten Szenarien steigt die jährliche Sanierungsrate im Vergleich zu heute um etwa 50 Prozent auf rund 1,6 Prozent. Gleichzeitig wird die Qualität (Sanierungstiefe) der eingesetzten Bauteile gesteigert. Der Verbrauch für Raumwärme und Warmwasser verringert sich im Szenario bis 2050 um 36 Prozent gegenüber 2018. Die verbleibende Wärme wird weitestgehend CO2-neutral erzeugt. Die Zahl der Wärmepumpen erhöht sich von aktuell rund einer Million auf sechs Millionen in 2030 und auf 14 Millionen im Jahr 2050. In urbanen Gebieten steigt die Bedeutung der Wärmenetze stark an; die Nachfrage nach Fernwärme verdoppelt sich im Zeitraum 2018 bis 2050.

klimaneutral bauen
Mit einem Plusenergiehaus eigene Energie erzeugen und klimaneutral bauen

Der Neubau von Gebäuden muss klimaneutral werden

Bei den Förderanträgen von Neubauvorhaben von KfW-Effizienzhäusern wird in allen Effizienzklassen eine starke Zunahme verzeichnet. Der größte prozentuale Anstieg liegt bei dem KfW-Effizienzhaus 40 Plus, wo hingegen die mit Abstand höchste Anzahl an Förderanträgen bei den KfW-Effizienzhäusern 55 erreicht wird. Die Kluft ist besonders groß bei der Förderung im Neubau: Dort entsprechen 74 Prozent der geförderten Maßnahmen dem Effizienzhausstandard KfW-55. Zur Erreichung eines klimaneutralen Gebäudebestands muss der Wärmebedarf aber deutlich stärker sinken. Beispielsweise zeigt das im Jahr 2020 veröffentlichte Szenario „Klimaneutrales Deutschland, dass der Heizwärmebedarf sowohl bei Ein- oder Zweifamilienhäuser als auch beim Mehrfamilienhaus bei Neubauten auf rund 25 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter und Jahr (kWh/m²a) sinken muss, was im Mittel in etwa dem KfW-Effizienzhaus-Standard 40 oder besser ein Plus-Energie-Haus KfW 40 plus im Neubau entspricht. Zur Erklärung: Je kleiner der Wert des KfW-Effizienzhauses ist, desto geringer ist der Energiebedarf der Immobilie.

Quellen: Prognos, Öko-Institut, Wuppertal Institut, Studie „klimaneutrales Deutschland“.

Neue Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Im Rahmen des Klimaschutzprogrammes 2030 entwickelt die Bundesregierung die Förderung für effiziente Gebäude weiter. Die neue „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ startet bei der KfW zum 01.07.2021. Details und Förderbestimmungen wird die KfW im April 2021 veröffentlichen und zwar auf folgender KfW-Seite.

Die neue Förderung für energieeffiziente Gebäude gilt für:

  • für alle Wohngebäude, z. B. für Eigentumswohnungen, Ein- und Mehrfamilienhäuser oder Wohnheime
  • für alle Nichtwohngebäude, z. B. für Gewerbegebäude, kommunale Gebäude oder Krankenhäuser.

Ab 01.07.2021 wird die Förderung von Effizienzhäusern umgestellt und es gilt dann die BEG für Wohngebäude (BEG WG) und für Nichtwohngebäude (BEG NWG). 2023 wird dann nochmals umstrukturiert und das BAFA übernimmt sämtliche Zuschuss-Varianten der KfW.

Bundesförderung effiziente Gebäude
Die neu attraktive Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG) startet zum 01.07.2021 für Neubau und Sanierung

KfW-Förderung wird zur Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)

Die KfW-Förderung im Bereich Sanierung/Neubau wird jetzt unter einem Dach zusammengefasst – als „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“. Die neue Förderung soll dazu beitragen, durch eine Kombination aus Energieeeinsparung und Einsatz erneuerbarer Energien den Primärenergieebedarf von Gebäuden bis 2050 um rund 80 Prozent gegenüber 2008 zu senken.

Ab dem 01.07.2021 können Sie die neuen Förderkredite und Zuschüsse der „Bundesförderung für effiziente Gebäude (BEG)“ beantragen – für einen Neubau oder für die Sanierung zum Effizienzhaus sowie einzelne energetische Maßnahmen. Die Förderung für Baubegleitung beantragen Sie direkt zusammen mit Ihrem Kredit oder Zuschuss.

Höhere Förderung für Energieeffizienz und Nachhaltigkeit beim Bauen ab 01.07.2021

Mit der Einführung des BEG ist auch eine Erhöhung der Förderungen vorgesehen. Sowohl für Einzelmaßnahmen als auch für Komplettsanierungen und Neubauten nach Effizienzhaus-Standard wird die Förderung für besonders nachhaltige oder energieeffiziente Gebäude bzw. Technologien steigen. In diesem Zusammenhang ist auch von EE-Klassen und NH-Klassifizierung die Rede. Gemeint sind damit neu geschaffenen Effizienzhaus-Klassen bzw. Gebäude mit Nachhaltigkeitszertifikat.

Energieeffiziente Holzfertighäuser, die bisher von der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) nach den bisher gültigen Energiestandards KfW 55, 40, 40 plus gefördert werden, finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de. Die dort abgebildeten wohngesunden Holzhäuser als Einfamilienhäuser in Fertigbauweise entsprechen auch der neuen BEG-Förderung.

Holzhaus mit erneuerbarer Energie bauen

Nachhaltiges Bauen beginnt mit einem Holzhaus und erneuerbarer Energie für Strom und Wärme im Haus. Die Vorteile beim Holzhaus liegen eindeutig auf dem zu verbauenden Material Holz, weil nachwachsend. Und die Sonne deckt den Wärmebedarf eines Hauses mit erneuerbarer Energie.

Seit dem 1. Januar 2009 gilt das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz (EEWärmeG) in Deutschland. Zuletzt ist es mit Wirkung zum 1. Mai 2011 novelliert worden. Es schreibt bundesweit eine Pflicht zur Verwendung von erneuerbarer Energie beim Neubau von Gebäuden vor.

Erneuerbare Energie ist Vorschrift beim Hausbau in Deutschland

Mit dem EEWärme-Gesetz will die Bundesregierung den Anteil erneuerbarer Energie für Heizung, Warmwasserbereitung und zur Erzeugung von Kühl- und Prozesswärme in Deutschland bis zum Jahr 2020 auf 14% erhöhen.

Die wichtigsten Fakten zu erneuerbarer Energie auf einem Blick:

  • Erneuerbare Energien sorgen für ein Drittel des Stroms in Deutschland
  • Anteil insgesamt (Strom, Wärme und Verkehr) bei rund 15 Prozent
  • Ausbau erneuerbarer Energien vor allem seit Jahr 2000 durch Förderung
  • für die Zukunft Erneuerbarer Energie entscheidend: Speicher, Netze und Digitalisierung.
Erneuerbare Energie
Erneuerbare Energie ist wichtig für den Hausbau in Deutschland: Grafik: co2online

Wieviel erneuerbare Energie muss beim Hausbau verwendet werden?

Generell gilt: Wer neu baut, muss sein Haus anteilig mit Solarwärme, Holzpellets, Hackschnitzeln, Scheitholz oder Umweltwärme (Wärmepumpe) heizen und / oder kühlen.

Jeder Gebäudeeigentümer muss nur anteilig erneuerbare Energie nutzen. Diese Mindestanteile richten sich nach der eingesetzten Energiequelle:

  • solare Strahlungsenergie 15%
  • Solarkollektorfläche bei Einfamilienhäusern 0,04 m²
  • Geothermie 50%
  • Umweltwärme 50%
  • feste Biomasse 50%
  • gasförmige Biomasse 30%
  • flüssige Biomasse (Bioöl) 50%

Ersatzmaßnahmen für den Einsatz erneuerbarer Energie sind:

  • Die Nutzungspflicht der Wärme/Kälte aus erneuerbaren Energien kann durch Ersatzmaßnahmen erfüllt werden:
  • Abwärme zu 50% (z.B. aus Abluft oder Abwasser)
  • Wärme aus hocheffizienten Wärme-Kraft-Kopplungs-Anlagen zu mindestens 50%
  • Dämmmaßnahmen, um mehr als 15% als nach den jeweils gültigen Anforderungen der EnEV
  • Anschluss an Wärmenetze, die mindestens 50% der Wärme aus KWK-Anlagen beziehen.

Erneuerbare Energie

Fertighaus in Holzbauweise mit erneuerbarer Energie. Foto: KAMPA

Plusenergiehäuser in Holzfertigbauweise, die die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) mit Zuschüssen, das sogenannte KfW Effizienzhaus 40 plus fördert, werden aus dem nachwachsenden Rohstoff Holz gebaut, weil Sie damit hoch wärmedämmend sind. Mit einer Fotovoltaikanlage oder Wärmepumpe werden diese Häuser energieautark. Das heißt, sie produzieren mehr Energie als verbraucht wird.

Was ist ein Niedrigstenergiegebäude?

Das Gebäudeenergiegesetz (GEG) regelt, dass Gebäude nur als Niedrigstenergiegebäude errichtet werden dürfen. Das GEG ist ein Instrument für den Klimaschutz und zum Energiesparen. Niedrigstenergiegebäude müssen also eine sehr gute Gesamtenergieeffizienz beim Neubau aufweisen.

Entscheidend ist, dass die zu bauenden Niedrigstenergiegebäude einen sehr geringen Primärenergiebedarf für Heizung, Warmwasser, Lüftung und Kühlung aufweisen. Der Gesamtenergiebedarf muss außerdem zu einem wesentlichen Anteil mit erneuerbaren Energien gedeckt werden. Gut gedämmte Holzfertighäuser mit erneuerbarer Energie für den Strom- und Wärmebedarf erfüllen den Baustandard für ein Niedrigstenergiegebäude am einfachsten.

Erneuerbare Energien sorgen beim Hausbau für ein Niedrigstenergiegebäude

Erneuerbare Energien, häufig auch als regenerative oder alternative Energien bezeichnet, sind Energieträger, die nahezu unendlich verfügbar sind oder sich in vergleichsweise kurzer Zeit erneuern. Im Gegensatz dazu gibt es die fossilen Energieträger, wie Erdöl, Erdgas oder Kohle, die nicht erneuerbar sind und die Klimabilanz belasten. Damit ist die Verwendung regenerativer Energien sowohl ein Weg, der zunehmenden Verknappung der fossilen Energien zu begegnen, als auch eine Alternative zur Atomenergie und der klimaschädlichen Verbrennung von Kohle.

Niederigstenergiegebäude
Ein Holzfertighaus im Landhausstil als Niedrigstenergiegebäude. Foto: Regnauer Hausbau

Das GEG ist die rechtliche Grundlage zur Erlangung der Energieeffizienz von Gebäuden. Allerdings wurden die Anforderungen aus der Energieeinsparverordnung (EnEV 2016) lediglich übernommen ohne auf die vielfältigen Forderungen nach einem verstärkten Klimaschutz beim Hausneubau einzugehen.

Die Deutsche Umwelthilfe (DUH) zum Beispiel bemängelt, dass die Anforderungen des GEG nicht ausreichen, um bis 2050 einen klimaneutralen Gebäudebestand zu erreichen. Dafür sei es nötig, dass der gesamte Gebäudebestand nach Sanierungen durchschnittlich einem KfW-Effizienzhaus 55 entspricht. Der Primärenergiebedarf dürfte also nur 55 Prozent der Anforderungen des GEG betragen. Neubauten müssten laut DUH sogar mindestens den Standard für ein KfW Effizienzhaus 40 erfüllen.

Sie möchten ein Niedrigstenergiegebäude als Holzfertighaus bauen lassen?

Das KfW-Programm 153 Energieeffizient Bauen unterstützt Sie beim Ersterwerb oder Neubau eines KfW-Effizienzhauses 55, 40 oder 40 plus. Beim Neubau sind die Bau- und Baunebenkosten (ohne Grundstückskosten) sowie die Kosten der Beratung, Planung und Baubegleitung förderfähig. Beim Kauf wird der Kaufpreis für das Wohngebäude (ohne Grundstückskosten) gefördert. Der Kredit übernimmt 100 Prozent der Baukosten, jedoch maximal bis zu 120.000 Euro pro Wohneinheit.

Bei Nachweis des erreichten Effizienzhaus-Niveaus wird zusätzlich ein Tilgungszuschuss gewährt. Beim Effizienzhaus 40 Plus beträgt dieser 25 Prozent der Darlehenssumme (also maximal bis zu 30.000 Euro pro Wohneinheit). Für ein Effizienzhaus 40 sind es 20 Prozent (bis zu 24.000 Euro pro Wohneinheit). Und für ein Effizienzhaus 55 beträgt der Tilgungszuschuss 15 Prozent (bis zu 18.000 Euro pro Wohneinheit). Das Programm 153 unterstützt Sie auch bei der Umwidmung unbeheizter Nicht-Wohngebäude, zum Beispiel Scheunen, zu einem Wohngebäude. Eine Übersicht der Hersteller für energieeffiziente Holzfertighäuser gibt es auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de.

KfW-Förderung für eine private Elektroauto-Ladestation

Ein Plusenergiehaus mit KfW-Förderung bauen und von Zuschüssen der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für eine private Ladestation für ein Elektroauto profitieren? Diese Kombination ist ab dem 24. November 2020 möglich. Energieautark Wohnen in einem Selbstversorger-Haus und das Elektroauto mit Eigenstrom betanken.

Private Ladestationen für Elektroautos werden ab dem 24.11.2020 mit einem Zuschuss von 900 Euro gefördert, wenn sie erneuerbare Energien nutzen. Besonders attraktiv ist die Förderung deshalb für alle, die eine eigene Photovoltaik-Anlage auf dem Dach haben. Wichtig: der Antrag für die KfW-Förderung als Zuschuss ist vor Beginn des Vorhabens zu stellen!

Das Technik-Gesamtpaket für ein von der KfW gefördertes Holz-Fertighaus KfW-Effizienzhaus 40 plus sieht wie folgt aus:

  • eine Anlage zur Stromerzeugung auf Basis erneuerbarer Energien,
  • einen Batteriestromspeicher
  • eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung 
  • ein Benutzerinterface zur Visualisierung des Stromverbrauchs
KfW-Förderung
KfW-Förderung für private Elektroauto-Ladestation und Plusenergiehaus. Foto: Regnauer Hausbau

Voraussetzung für KfW-Förderung einer privaten Elektroauto-Ladestation

Voraussetzung für die Förderung der Ladestation ist, dass der für den Ladevorgang erforderliche Strom zu 100 Prozent aus erneuerbaren Energien stammt. Möglich ist sowohl der Einsatz selbst erzeugten Stroms wie Strom aus der eigenen Fotovoltaik-Anlage als auch der Bezug von Ökostrom über einen entsprechenden Stromliefervertrag.

  • Förderfähig sind Ladestationen, die an nicht öffentlich zugänglichen Stellplätzen eines Wohngebäudes errichtet werden und ausschließlich zum Aufladen von eigenen beziehungsweise selbstgenutzten Elektrofahrzeugen genutzt werden.
  • Die Ladestation sollte einen oder mehrere Ladepunkte mit einer Ladeleistung von genau 11 Kilowatt pro Ladepunkt aufweisen.
  • Die Ladestation wird von einem Fachbetrieb installiert.

Wer also den Hausbau mit einem KfW-Energiestandard von 55, 40 oder 40 plus plant oder bereits Hauseigentümer ist, erhält für den Erwerb und die Errichtung neuer Ladestationen für ein Elektroauto einschließlich des Anschlusses an das Stromnetz einen Zuschuss von 900 Euro pro Ladepunkt.

Antragsberechtigt sind Privatpersonen, Wohneigentümergemeinschaften, Wohnungsunternehmen, Wohnungsgenossenschaften und Bauträger. Die KfW-Förderung muss vor Beginn des Vorhabens im KfW-Zuschussportal beantragt werden und wird nach Abschluss der Maßnahmen gegen Vorlage der von den durchführenden Fachbetrieben erstellten Rechnungen ausgezahlt.

Alle Infos und Details zum KfW-Förderprogramm 440 „Ladestationen für Elektroautos – Wohngebäude„.