Passivhäuser – Bauen für die Zukunft?

Deutschland gilt als Vorreiter beim Bau von Passivhäuser. Die größte Passivhaus-Siedlung der Welt liegt in der sogenannten Bahnstadt in Heidelberg. Sie verfügt sogar über Passivhaus-Supermärkte und das einzige Passivhaus-Kino der Welt. Wissenschaftler versuchen ständig, Passivhäuser zu verbessern und arbeiten dabei vor allem an drei Dingen: an den Fenstern und Fassaden, an der Belüftung, die es so nur in einem Passivhaus gibt und den massiv eingesetzten Dämmstoffen.

Beim energieeffizienten Bauen geht es in ersten Linie darum, die Kosten für Heizenergie zu senken. Passivhäuser brauchen auch weniger Heizenergie, weil sie gezielt die Sonneneinstrahlung nutzen. Besonders gut gedämmte Häuser kommen sogar ganz ohne normale Heizung aus, denn sie nutzen Sonnenstrahlung, Körperwärme und gespeicherte Energie.

Das Prinzip eines Passivhauses ist einfach: Möglichst wenig Wärme soll raus, möglichst viel Wärme rein. Das bedeutet zunächst mehr Dämmung. Benötigen Altbauten oft deutlich über 100 Kilowattstunden Heizwärme pro Quadratmeter im Jahr und Neubauten immer noch die Hälfte, so kommen Passivhäuser mit 10 bis 15 kwh aus – nur noch 10% der bisherigen Häuser.

Folgende typische Merkmale zeichnen Passivhäuser aus:

  • dickere Dämmung (Außenwand / Dach)
  • 3-fach verglaste Fenster
  • Dichtigkeit der Gebäudehülle eines Hauses
  • Belüftungsanlage (kontrollierte Be- und Endlüftung)
  • energieeffiziente Planung
Passivhäuser
Passivhäuser benötigen fast keine Energie. Bild: Regnauer Hausbau

Der Holzbau überzeugt bei Passivhäuser durch die natürliche Dämmung

Passivhäuser werden von spezialisierten Holzfertigbau-Unternehmen meist als Holzrahmenbau und Holzständerbauweise realisiert. Beim Holzständerbau können in die Gefache zwischen den Balken natürliche Dämmstoffe eingebracht werden. Die Holzwand inclusive von Holzfaserdämmstoffen verfügt somit über eine ausreichende wärmedämmende Wandstärke von ca. 40cm. Mit Wärmedämmziegeln im Vergleich wird die Außenwand dicker als 50cm. Hier hat der Holzbau klare Dämmvorteile, weil aufgrund der geringeren Wandstärke bei gleicher Dämmwirkung dadurch mehr Platz im Haus vorhanden ist. Dies kann bis zu 8 m² Raumgewinn pro Haus bedeuten.

Bewohner von Passivhäuser schätzen die geringen Energiekosten des Hauses. Eher gewöhnungsbedürftig ist die kontrollierte Be- und Endlüftung des Gebäudes, denn ein zusätzliches Lüften der Räume ist in Passivhäusern nicht vorgesehen. Die dichte Gebäudehülle wie im Passivhaus erfordert generell eine Belüftungsanlage. Auswirkungen auf das Raumklima und die Balance zwischen trockener Luft und wohltemperierten Feuchteempfinden in den Räumen erfordern das richtige Zusammenspiel von Mensch und Stoffen im Gebäude sowie dem Umgebungsverhalten.

Förderung Passivhäuser durch die KfW ist gewährleistet

Der Passivhausstandard ist wirtschaftlich betrachtet durch die hohe Energieeinsparung langfristig günstiger als eine herkömmliche Bauweise. Am Anfang müssen jedoch höhere Investitionskosten aufgebracht werden, um das Bauvorhaben umsetzen zu können. Die Mehrkosten für die verbesserten Fenster, eine Lüftungsanlage und dickere Dämmung können zu einem großen Teil durch Fördermittel aufgefangen werden. Der Passivhaus-Standard entspricht weitgehend einem KfW-Effizienzhaus 55. Weitere Informationen: Energieeffizient bauen mit KfW-Förderung.

Informationen rund um das Passivhaus bauen:
  • Passivhäuser können sowohl als Fertighaus, Holzhaus oder Holzfertighaus errichtet werden. Eine Auswahl an Passivhäusern finden Sie auf dem Ratgeber-Portal Holzbauwelt.de
  • Generell Wissenwertes mit Forschungsergebnissen gibt es beim Darmstädter Passivhaus Institut von Dr. Wolfgang Feist.

lebt in Stuttgart und betreibt als unabhängiger Holzhaus-Experte aus Leidenschaft verschiedene Blogs und das Portal holzbauwelt.de. Er informiert über Trends im Wohnungs- und Gewerbebau mit dem Baustoff Holz und Fördermöglichkeiten für den privaten Bauherr. E-Mail senden